Die Clique macht Figurdruck

Essstörungen: Peergroup wiegt schwerer als mediale Schönheitsideale

Wenn es um Schlankheitswahn und Figurterror geht, dann stehen meistens die Medien im Mittelpunkt der Kritik: die Hochglanzmagazine, die Modelshows, die Werbeindustrie. Das Thema wird immer wieder heiß diskutiert, auch unter WissenschaftlerInnen. Manche glauben nämlich, dass der Zusammenhang zwischen der Darstellung in den Medien und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bis hin zu Essstörungen gar nicht so stark ist, wie immer angenommen wird. Die amerikanischen Forscher um Dr. Christopher J. Ferguson haben nun ein bisschen Licht in die kontroverse Diskussion gebracht. Sie untersuchten, was schwerer wiegt: der Einfluss der Medien oder der Einfluss des Freundeskreises. Sie befragten 237 Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren nach ihren Lieblingssendungen im TV und nach der Attraktivität der Schauspielerinnen, die darin mitspielen. Das Gewicht, die Größe, die Mediennutzung der Teilnehmerinnen wurde ebenso erfasst wie ihre Gedanken in Bezug auf gleichaltrige Mädchen: etwa ob sie Minderwertigkeitsgefühle gegenüber anderen haben.
Die Mädchen wurden anschließend befragt, wie zufrieden sie mit ihrem Körper und ihrem Leben im allgemeinen sind und ob sie unter Essstörungen leiden. Sechs Monate später wurden sie ein weiteres Mal befragt.

Dabei zeigte sich, dass weder ein starker Konsum von Fernsehsendungen mit dünnen Darstellerinnen noch eine hohe Social Media-Nutzung statistisch häufiger zu einer Essstörung führten. Hingegen schienen Mädchen, die zu einem ständigen Vergleich mit Gleichaltrigen neigten, zumindest langfristig betrachtet häufiger eine Essstörung zu entwickeln. Der TV-Konsum und die Social Media-Nutzung hingen allerdings mit der Zufriedenheit mit dem Leben allgemein zusammen und zwar in negativer Hinsicht.

Die Forscher schlussfolgern, dass der Druck, der von der Peer-Group ausgeht, möglicherweise einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Körperzufriedenheit hat als der Einfluss der Medien. Wer sich also Sorgen um aufkommende Essstörungen bei Mädchen macht, muss auch die Peer-Group im Blick behalten.
Die ForscherInnen räumen allerdings ein, dass die Medien natürlich auch die Art und Weise beeinflussen, wie die Peer-Group sich verhält. Vor allem bieten soziale Netzwerke eine neue Arena, in der Jugendliche sich mit anderen messen und vergleichen können. Insofern haben soziale Netzwerke durchaus einen zumindest indirekten Einfluss auf die Körper(un)zufriedenheit.

Wenn ihr euch also demnächst mal wieder kollektiv über zu dürre Models aufregt, dann guckt auch mal in eure eigenen Reihen: wie geht ihr mit dem Thema "Aussehen" und Figur um? Übt ihr vielleicht - ohne es zu merken - selbst Druck aus, indem ihr Maßstäbe an euer eigenes und das Aussehen eurer Umwelt anlegt?

Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Journal of Youth and Adolescence erschienen.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 4. Februar 2013
 
 
 

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