Black Friday: Wer zahlt den Rabatt?

TransFair e.V. fordert nachhaltigen statt blinden Konsum, der Mensch und Umwelt schadet

© Jakub Kaliszewski | Fairtrade

Am Freitag ist es mal wieder soweit: Online-Shops und Ladenlokale locken zum Black Friday mit einer Rabattschlacht. Vor allem Kleidungs- und Technikhersteller überbieten sich an diesem Tag mit Angeboten. „So verlockend Schnäppchen auch sein mögen, Verbraucherinnen und Verbraucher sollten nur dann zuschlagen, wenn sie wirklich etwas brauchen und mit ihrem Kauf gezielt nachhaltige und lokale Unternehmen stärken“, erklärte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). Gerade diese Unternehmen hätten in den letzten Monaten besonders gelitten und bräuchten jetzt Unterstützung, so Overath. Durch die Corona-Pandemie mussten viele Geschäfte zeitweise schließen. Während große Onlinehändler gestärkt aus der Krise hervorgehen, kämpfen vor allem Ladenlokale in den Innenstädten ums Überleben.

Rabattaktionen: Den wahren Preis zahlen andere
Auch wenn viele sehnsüchtig auf die Schnäppchenjagd am Black Friday warten, nachhaltig sind Aktionstage wie dieser in der Regel nicht. Viele Unternehmen würden Rabattaktionen schon beim Einkauf einkalkulieren und die Preise bei den herstellenden Unternehmen drücken. "Die Produzenten im globalen Süden, etwa Baumwollbauern und Arbeiterinnen in den Textilfabriken, die am Anfang der Lieferkette stehen, haben das Nachsehen: Sie bleiben auf den Kosten sitzen“, erklärt Sethulakshmy Chakkenchath, Fairtrade-Beraterin für Arbeitsrechte in Indien. Was können wir als Verbraucher_innen tun? Zum Beispiel beim Einkauf auf anerkannte Siegel wie das Fairtrade-Baumwollsiegel achten. Dabei bekommen Bauern unabhängig vom Verkaufspreis der Einzelhändler Mindestpreise, womit sie ihre Kosten einer nachhaltigen Produktion decken können.

Ausbeutung immer noch ein legitimes Geschäftsmodell?
In Deutschland leiden Unternehmen, die eine faire Einkaufspolitik betreiben und Menschenrechte achten leider immer noch unter massiven Wettbewerbsnachteilen. Um für mehr Gerechtigkeit am Markt zu sorgen und Unternehmen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen, hatte die Politik erst im Juli ein Lieferkettengesetz angekündigt: Das Gesetz soll Unternehmen verpflichten, Menschenrechte und Umweltstandards einzuhalten. Über die Ausgestaltung wird jedoch seit Monaten gestritten: Verfechter – darunter auch Fairtrade – fordern eine starke und vor allem wirksame Gesetzesgrundlage. „Es kann nicht sein, dass Ausbeutung im Jahr 2020 noch immer ein legitimes Geschäftsmodell darstellt“, kommentierte Overath.

So sieht das Siegel aus

Nachhaltig konsumieren und Ressourcen schonen mit Fairtrade

Wer Produkte mit Fairtrade-Siegel kauft, wählt Produkte, bei deren Herstellung sowohl soziale, ökologische als auch ökonomische Kriterien eingehalten werden. Um darüber hinaus Ressourcen zu schonen, sollten wir uns drei Fragen stellen: Ist der Kauf wirklich notwendig? Gibt es das Produkt möglicherweise auch gebraucht? Und sollte es doch ein Neukauf sein, ist es nachhaltig produziert? Auskunft darüber geben Siegel wie Fairtrade oder andere vertrauenswürdige Initiativen.

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 25. November 2020