Bienen fliegen auf Koffein

Forscher entdecken, dass Honigbienen sich besonders gut an Pflanzen erinnern, deren Nektar Koffein enthält.

Gehört ihr auch zu den Kaffeejunkies? Kommt morgens ohne Koffeinkick nicht auf die Beine und habt den Eindruck, dass auch das Lernen mit Kaffee leichter fällt? Da könnte tatsächlich was dran sein. Zumindest bei Bienen fördert Koffein offenbar das Gedächtnis, haben jetzt britische Biologen herausgefunden. 

Besseres Bienengedächtnis
Viele Pflanzen haben in ihren Blättern und Stielen Stoffe, die sehr bitter oder sogar leicht giftig sind. So gewährleisten sie, dass Tieren, die diese Teile anknabbern, schnell der Appetit vergeht. In früheren Untersuchungen war festgestellt worden, dass bei manchen Pflanzen diese Stoffe auch in geringer Menge im Nektar vorhanden ist. Aber warum? Eigentlich soll der Nektar ja gut schmecken, damit die Blüten reichlich besucht werden. Diesem Rätsel ging nun die Forschergruppe um Dr. Geraldine Wright von der Newcastle University nach. Sie untersuchten das Verhalten von Bienen bei Kaffee- und verschiedenen Zitruspflanzen, die alle kleine Mengen Koffein im Nektar aufweisen. Überraschenderweise zeigte sich, dass sie sich besonders gut an den Standort dieser Pflanzen erinnern konnten. Nach 24 Stunden erkannten beispielsweise dreimal so viele Tiere die koffeinhaltigen Blüten wieder wie „koffeinfreie“. Grundsätzlich ist es auch für Bienen ziemlich schwierig, sich den Standort von zig Pflanzen zu merken. Ein besseres Gedächtnis macht den Insekten das Leben also leichter. Gleichzeitig hat es für die Pflanzen den Vorteil, dass ja bei jedem Besuch Pollen an den Beinen der „Besucher“ hängen bleiben; manipuliert also eine Pflanze die Bienen so, dass sie sich ihre Merkmale besonders gut einprägen, erreicht sie damit, dass möglichst viele ihrer Artgenossen bestäubt werden.

Pflanzen dosieren geschickt
Und was ist mit dem bitteren Geschmack des Koffeins? Normalerweise dient der Stoff in den Pflanzen schließlich dazu, Fressfeinde abzuschrecken. Prof. Phil Stevenson von den Royal Botanic Gardens in Kew (London) erklärt: "Koffein ist in vielen Pflanzen als Abwehrstoff vorhanden und schmeckt für viele Insekten bitter – wir waren also überrascht, es im Nektar zu finden. Allerdings liegt es in einer Menge vor, die zu niedrig ist, als dass die Bienen es schmecken könnten, aber hoch genug, um ihr Verhalten zu beeinflussen.“ Die Pflanzen lagern also in ihren verschiedenen Teilen unterschiedlich viel Koffein ein und dosieren es in der Blüte quasi so genau, dass nur der gewünschte Effekt erreicht wird. Und da sage noch jemand, Pflanzen seien dumm… ;-)

Nun sollen die Vorlieben der Honigbiene weiter erforscht werden. Denn die Art wird leider immer seltener, aber ohne sie können viele unserer Nutzpflanzen sich nicht vermehren. Wenn man versteht, warum die Tiere manche Pflanzen lieber wieder besuchen als andere, könnte man sie entsprechend anlocken.
Außerdem lässt die Studie möglicherweise auch Rückschlüsse auf uns Menschen zu – zwar sind Mensch und Biene sehr unterschiedlich, aber die grundlegenden Abläufe im Gehirn ähneln sich. Vielleicht hilft uns Kaffee tatsächlich beim Lernen, genau wie den Bienen.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 8. März 2013
 
 
 

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