Anders essen, neu genießen

Studie: Neue Konsumgewohnheiten machen Altbekanntes wieder spannend

Du bist Popcorn-Fan, aber jetzt hast du sie so oft gegessen, dass sie dir langweilig werden? Die Banane wird auf Dauer öde, so gern du sie auch hast? Dann müssen vielleicht Ess-Stäbchen her. Oder ein neues Schneidemuster für die Banane. Denn wenn wir die Art, wie wir altbekannte Dinge konsumieren, verändern, dann ist es fast, als würden wir sie wieder zum ersten Mal genießen. Zu dieser Erkenntnis sind Forscher_innen um Robert Smith von der Ohio State University in einer experimentellen Studie gekommen. In vier verschiedenen Experimenten untersuchten sie, wie Testpersonen bekannte Lebensmittel genießen, wenn sie die Verzehrmethode ändern. Im ersten Experiment ließen die 69 Proband_innen Popcorn essen - mal eins nach dem anderen mit der Hand, mal mit Stäbchen. Anschließend wurden sie befragt, wie geschmacksvoll sie das Popcorn fanden und wie sehr sie den Verzehr genossen hatten. Dabei zeigten sich vor allem die Stäbchennutzer_innen begeistert. Sie gaben an, stärker in das Esserlebnis eingetaucht zu sein, was den Geschmack intensiviert habe und ihnen geholfen hätte, sich auf das Popcorn zu fokussieren.

Wasser aus dem Martiniglas - welch ein Genuss
In einem zweiten Versuch sollten 300 Testpersonen Wasser aus einem Martiniglas trinken oder wie eine Katze mit der Zunge aus einem Versandumschlag schlecken. Auch hier empfanden die Testpersonen mit den unkonventionellen Trinkmethoden mehr Genuss als die, die auf herkömmliche Weise ihren Durst gelöscht hatten.

Fingerbrille erhöht Video-Spaß
In zwei weiteren Experimenten wurden neuartige Sehmethoden bei Betrachten eines Videos ausprobiert. Zwei Mal bekamen die Testpersonen einen Film aus der Perspektive eines Motorradfahrers zu sehen. In einem dritten Durchgang wurde der Film eine Gruppe auf dem Kopf stehend präsentiert, andere sollten ihre Finger zu einer Brille formen und den Kopf beim Sehen vor und zurück bewegen entsprechend der Bewegung des Fahrers. Bei dieser Variante hatten die Zuschauer_innen den meisten Spaß. Das Auf-dem-Kopf Video repräsentierte zwar auch eine ungewohnte Sehmethode, machte aber keinen besonderen Spaß, weil die Perspektive als störend empfunden wurde.

Pizza neu genießen
Die Forscher_innen schließen aus ihren Versuchen, dass neuartige Konsumgewohnheiten das Vergnügen an Altbekannten erhöhen und uns das Gefühl geben können, etwas zum ersten Mal zu erleben. Darum mache es auch besonders Spaß in Dunkelrestaurants zu speisen. Nicht, weil uns das Essen im Dunkeln grundsätzlich besser schmeckt, sondern weil es eine ungewöhnliche Art zu essen darstellt.
So könnten auch Pizza-Liebhaber_innen ihrer Lieblingsspeise neuen Reiz verleihen, wenn sie das erste Stück normal, das zweite mit Messer und Gabel und das dritte zusammengeklappt essen.

Neue Wand, neues Sofa
Dieses Erneuerungsgefühl lasse sich auch auf andere Bereiche übertragen, glauben die Forscher_innen. Ein altes Sofa erstrahlt in neuem Glanz, wenn es plötzlich an einer anderen Wand steht. Probiert es aus, das verhilft möglicherweise auch ausgedienten Möbelstücken zu einem längeren Leben.

Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Personality and Social Psychology Bulletin erschienen.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 2. Juli 2018
 
 
 

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