Geschlecht? Lebensgefährlich!

In Indien werden immer häufiger Mädchenföten abgetrieben

Die Schlagzeilen-Endlosschleife über Frauen- und Mädchenverachtung in Indien will nicht abreißen: Nachdem der Südasiatische Staat die Welt mit den Massen-Protesten gegen zahlreiche Vergewaltigungsfälle beschäftigte, wird nun ein neuer Skandal (wieder-)aufgedeckt. Diesmal schlägt die Organisation SOS-Kinderdörfer Alarm: In Indien sei es lebensgefährlich, Mädchen zu sein, heißt es in ihrer kürzlich erschienen Pressemitteilung. Immer häufiger würden Mädchenföten abgetrieben, Schätzungen zufolge monatlich rund 50.000! Weitere 25.000 Mädchen im Jahr werden nach Informationen der Organisation auch noch nach der Geburt getötet. Bei Kindern unter fünf Jahren würden fast doppelt so viele Mädchen wie Jungen sterben.

Tödliche Nebenwirkung der Mitgift
Grund für die humanitäre Katastrophe sei, dass Mädchen in Indien als Last für die Eltern gelten: Töchter müssten mit einer teuren Mitgift ausgestattet werden, die sich vor allem arme Familien nicht leisten könnten. Weil immer mehr Eltern kein Geld hätten, pränatale Diagnosetechnik wie Ultraschall anzuwenden, würden auch wohlhabendere Familien immer häufiger zur Abtreibung neigen. Eine Mitgift sei historisch betrachtet wichtig gewesen, so SOS-Expertin Murthi. Sie sei eigentlich die finanzielle Absicherung der Frau für den Fall, dass der Mann sie verlasse oder sterbe. Allerdings habe sich im Laufe der Zeit diese Institution gegen die Frauen gewendet. Seit vielen Jahren sei die Mitgift nun der "Lohn" für die Familie des Bräutigams, damit er die Frau zur Gattin nehme. Für die Mitgift müssen sich viele Familien verschulden. So können es sich viele indische Familien nicht leisten, eine Mitgift für eine Tochter zu zahlen und zögen deshalb lieber nur Söhne groß, die eine Mitgift in die Familie holten.

2011 gab es in Indien schon 7 Millionen weniger Mädchen als Jungen
"An den Gesetzen liegt es nicht", erklärte die Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Asien, Shubha Murthi, sie ist selbst Inderin und Expertin für das Thema. "In der Verfassung sind Frauen Männern längst gleichgestellt." Sie sieht das Problem darin, dass viele Regionen im aufstrebenden Indien noch sehr rückständig seien.

Offiziell ist in Indien die Geschlechterauswahl durch pränatale Diagnosetechnik zwar verboten, tun Eltern es aber doch, werden sie Untersuchungen zufolge kaum verurteilt. Dadurch wird die Anzahl der Mädchen in Indien von Jahr zu Jahr geringer: Anfang der 90er Jahre hatte Indien noch 4,2 Millionen weniger Mädchen im Alter bis zu sechs Jahren. Laut Volkszählung waren es 2011 schon mindestens 7,1 Millionen weniger Mädchen als Jungen.

"Wir können diesem Grauen nicht untätig zusehen", forderte der Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit, Dr. Wilfried Vyslozil, in München. "Wir alle müssen handeln! Auch die Politik ist aufgefordert, sich diesem Thema aktiv zu stellen." Die SOS-Kinderdörfer schützen in Indien gefährdete Mädchen und setzen sich für die Rechte der Mädchen ein.

Macht eurem Ärger Luft!
Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung; - Stand: 1. August 2013
 
 
 

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