Maske mindert Denken nicht

TU Berlin untersuchten Rechenleistung mit und ohne Maske. Ergebnis: kein messbarer Unterschied

Das Tragen einer Maske schützt nachweislich vor einer Infektion mit Corona. Aber zugegeben, so eine Maske auf der Nase ist nicht besonders angenehm. Die Brille beschlägt, wenn man eine trägt, man schwitzt, kann sich nicht unentwegt Weihnachtsplätzchen reinschieben, der Lippenstift verschmiert, es ist schwer, jemanden die Zunge rauszustrecken oder einen Kuss anzudeuten.

Darüber hinaus haben viele Menschen das Gefühl, ihre Leistungsfähigkeit wäre vermindert und sie könnten schlechter denken, wenn sie eine Maske tragen.

Was die Leistungsfähigkeit angeht, konnte schon in einer Vielzahl von Studien Entwarnung gegeben werden. Schutzmasken vom Typ FFP2 haben auch unter körperlicher Belastung keine oder nur geringe Auswirkungen auf körperliche Messwerte wie Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes oder die Herzfrequenzvariabilität.

Aber wie steht es um das Denken? Masken müssen ja auch in Schule und Universität getragen werden. Wird Schüler_innen und Student_innen das Lernen so schwerer gemacht? Diese Frage hat ein Team der Technischen Universität (TU) Berlin nun in einem kontrollierten Experiment mit 44 zufällig ausgewählten Teilnehmenden untersucht.

Das Ergebnis: Die Probanden konnten eine Stresssituation mit Kopfrechenaufgaben mit und ohne Maske gleich gut meistern.
Die Testpersonen mussten in einem knappbemessenen Zeitraum etliche Plus-, Minus-, Mal- und Geteilt-Aufgaben auf einem Smartphone lösen. Jede Testperson durchlief einen Versuch mit und ohne Maske. Dabei zeigte sich, dass die Maske keinen Einfluss auf die Rechenkünste der Proband_innen hatte. Auch die gemessenen Vitalparameter wie Herzfrequenz & Co. blieben unverändert. Zudem gaben die Teilnehmenden an, dass sich ihre mentale Belastung durch das Tragen der Maske nicht verändert habe.

Die Forscher_innen betonten, dass man die Ergebnisse nicht mit den subjektiven Empfindungen verwechseln dürfen, die viele Menschen beim Maskentragen haben. „Studien anderer Wissenschaftler*innen zeigen durchaus, dass der Atemrhythmus wechselt, wenn man einen zusätzlichen Luftraum vor Mund und Nase hat“, erläutert Forscher Robert Spang. „Durch den Stau warmer Luft kann zudem das Gefühl entstehen, man hätte eine erhöhte Temperatur.“ All diese Empfindungen würden sich aber eben nicht in den tatsächlichen Werten für die Lungenfunktion oder die Körpertemperatur auswirken.

Es mag sich also so anfühlen, als sei die Maske schuld an der misslungenen Mathearbeit. Eine richtig gute Ausrede ist es aber nicht ;-).

Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports erschienen.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung