Ausgemurmelt

Späterer Schulstart hilft vor allem älteren Schüler*innen beim Schlafmanagement

Habt ihr es auch satt, ständig müde im Unterricht zu sitzen und am Wochenende nichts auf die Reihe zu kriegen und bis nachmittags schlafen zu müssen, weil es unter der Woche zu wenig Ruhezeiten gab? Eine neue Studie in der Zeitschrift SLEEP, die von der Oxford University Press veröffentlicht wurde, zeigt, dass spätere Schulanfangszeiten für den Schlafrhythmus von Schüler_innen der Mittel- und Oberstufe das Problem beheben könnte.

Schlaf ist ungemein wichtig für die allgemeine Gesundheit, die soziale Entwicklung und die akademischen Leistungen, um so schlimmer, dass Schlafmangel bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet ist. Biologische Veränderungen der Schlafzyklen während der Pubertät machen das frühe Einschlafen für Jugendliche noch schwieriger. In Verbindung mit frühen Schulanfangszeiten heißt das, dass Schüler_innen oft nicht ausreichend Schlaf bekommen.

Für die Studie der Oxford University füllten ungefähr 28.000 Schüler_innen und Eltern von Grund-, Mittel- und Oberschulen zwei Jahre lang Umfragen aus - vor der Änderung der Schulanfangszeiten und zwei Jahre lang danach. Die teilnehmenden Grundschulen begannen 60 Minuten früher, die Mittelschulen 40 bis 60 Minuten später und die Oberschulen 70 Minuten später. Die Schüler- und Elternbefragungen fragten getrennt nach der typischen Schlafens- und Aufwachzeit der Jugendlichen sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden. In den Umfragen wurden die Befragten auch gebeten, über die Schlafqualität der Schüler_innen und ihre Erfahrungen mit Tagesmüdigkeit zu berichten.

Älter Schüler_innen schliefen viel mehr nach Einführung des späteren Unterrichtsbeginns
Die Forscher_innen fanden heraus, dass die größten Verbesserungen in diesen Bereichen bei den Oberschüler_innen auftraten, die nach der Einführung der späteren Anfangszeit 3,8 Stunden mehr Schlaf pro Woche erhielten. Mehr als jede_r zehnte Schüler_in berichtete über eine verbesserte Schlafqualität und jede_r fünfte über weniger Tagesmüdigkeit. Die durchschnittliche "Wochenendverschlafenheit", d.h. der zusätzliche Schlaf am Wochenende, sank bei den älteren Schüler_innen von knapp über zwei Stunden auf 1,2 Stunden. Das deutet laut den Forschenden darauf hin, dass die Jugendlichen bei ausreichendem Schlaf unter der Woche nicht mehr unter klinischem Schlafmangel leiden und sich nicht mehr gezwungen fühlen, diesen am Wochenende nachzuholen. Die Schüler_innen der Mittelstufe bekamen durch einen späteren Schulbeginn 2,4 zusätzliche Stunden Schlaf pro Woche. Toller Effekt: 12 Prozent weniger Mittelschüler_innen klagten daraufhin über Tagesmüdigkeit. Der Prozentsatz der Grundschüler_innen, die von ausreichender Schlafdauer, schlechter Schlafqualität oder Tagesmüdigkeit berichteten, änderte sich im Laufe der Studie übrigens nicht.

Es gab zwar bereits früher schon Studien zu späterem Unterrichtsbeginn, diese berücksichtigten aber nicht gleichzeitig die Auswirkung veränderter Anfangszeiten auf den Schlaf von Schüler_innen vom Kindergarten bis zur 12. Klasse. "Diese Studie ist bemerkenswert aufgrund der großen Stichprobengröße, der Einbeziehung von Grund- und Mittelschülern, der zweijährigen Nachbeobachtung und der Berichte von Schülern und Eltern. Sie liefert auch den bisher stärksten Beweis dafür, dass die Vorverlegung der Grundschulanfangszeiten keinen signifikanten negativen Effekt auf den Schlaf der Schüler oder die Tagesmüdigkeit hat."

Na, wäre das nicht mal eine tolle Neuigkeit für ältere Schüler_innen, wenn der Schultag mal nicht im total verschlafenen Modus beginnen würde, sondern man von Anfang an fit und wach mitdenken könnte?

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung