Geoengineering im Kampf gegen den Klimawandel

Einsendung von Fabio Kron, 17 Jahre

Der Klimawandel zählt zu einem der meist diskutierten politischen Themen in Deutschland. Das hat auch einen Grund: Durch die Erwärmung des Erdklimas drohen nicht nur Ökosysteme zu zerstören, sondern sogar die Existenz unserer Spezies, des Menschen, steht auf dem Spiel. Die Ursache für die starke Erwärmung des Klimas ist auf den Treibhauseffekt zurückzuführen, der durch den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch den Menschen extrem angetrieben wird. Da deshalb der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid gegen null sinken soll, fordern viele Menschen Maßnahmen, die sowohl Unternehmen als auch unseren hohen Lebensstandard im Privatleben einschränken. Auf Grund der Einschränkungen stoßen die geforderten Maßnahmen jedoch auf erheblichen Widerspruch. Deshalb wird nach einem anderen Weg gesucht, bei dem wir die rasante Erderwärmung einschränken und trotzdem unseren Lebensstandard behalten können. Hier spielt nun Geoengineering eine interessante Rolle. Geoengineering ist die künstliche Manipulation des Erdklimas. Das heißt, dass dem Klimawandel nicht an der Ursache, dem Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, sondern mithilfe von Technologien  entgegengewirkt wird. Es gibt mehrere Ansatzpunkte für Geoengineering. Die bekanntesten Methoden sind Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu entfernen und die Menge an Sonnenlicht, die auf die Erdoberfläche trifft, zu regulieren. 

Bei einer der am weitesten fortgeschrittenen Techniken, um Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu entfernen, wird Luft durch riesige Ventilatoren abgesaugt. Daraufhin wird das CO2 gebunden und die saubere Luft strömt auf der anderen Seite wieder ins Freie. Das daraus gewonnene Kohlenstoffdioxid kann in Stein umgewandelt, aber auch für andere Zwecke wie zur Beschleunigung von Pflanzenwachstum oder als Kraftstoff verwendet werden. Auch wenn diese Technologie hilft, Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu entfernen, ist ihr Einfluss auf die großen Mengen an Kohlenstoffdioxid sehr gering.

Eine andere Technologie setzt beim Verringern der Sonneneinstrahlung an. Bei der sogenannten Stratosphärischen Aerosol Injektion werden Aerosolteilchen in der Stratosphäre verteilt, die das Sonnenlicht reflektieren, um zu verhindern, dass es an der Erdoberfläche absorbiert und Wärme freisetzt. Diese Methode ist vergleichsweise günstig für ihren Effekt auf die Temperatur. Möglicherweise könnte es jedoch zu  einigen Nebenwirkungen kommen, wie einer Beschädigung der Ozonschicht oder einer Erwärmung der Erdatmosphäre in den äußeren Bereichen. Außerdem wirkt die Reflexion von Sonnenlicht nicht dauerhaft, sodass in regelmäßigen Abständen neue Aerosolteilchen in der Atmosphäre verteilt werden müssen.
Weil Pflanzen in Ozeanen sich gut zum Binden von Kohlenstoffdioxid eigenen, setzt eine andere Technik bei der Düngung des Ozeans an, um das Algenwachstum zu steigern.

Es gibt noch viele weitere Ansatzpunkte, um durch Geoengineering den Klimawandel auszubremsen, jedoch sind diese Methoden noch aufwendiger oder riskanter umzusetzen.

Keine der bisherigen Technologien ist ansatzweise perfekt, manche wirken nicht dauerhaft, andere haben möglicherweise Nebenwirkungen, keinen großen Effekt auf das Klima oder sind zu schwer umzusetzen. Dennoch besteht ein Risiko, dass Geoengineering als Ausrede genutzt wird, um weiterhin Kohlenstoffdioxid auszustoßen. Zudem befürchten einige Forscher, dass die umsetzbaren Technologien von Geoengineering alleine nicht reichen werden, um den Klimawandel zu bekämpfen. Deshalb sollte das Vermindern des Ausstoßes von von Treibhausgasen weiterhin das Hauptziel im Kampf gegen die Erderwärmung sein.


Quellen
1. Umwelt Bundesamt (16.10.2019) „Geoengineering-Governance“, abgelesen am 25.11.2020, um 14:15 von https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltrecht/umweltvoelkerrecht/geoengineering-governance#was-ist-geoengineering
2. MIT Technology Review (9.8.2019): „What is geoengineering – and why should we care?“, abgelesen am 25.11.2020, um 12:55 von https://www.technologyreview.com/2019/08/09/615/what-is-geoengineering-and-why-should-you-care-climate-change-harvard/
3. New York Magazine (10.7.2017): „The Uninhabitable Earth“, abgelesen am 23.11.2020, um 7:38 von https://nymag.com/intelligencer/2017/07/climate-change-earth-too-hot-for-humans.html
4. National Geographic (4.3.2011): „Greenhouse Effect“, abgelesen am 23.11.2020, um 7:44 von  https://www.nationalgeographic.org/encyclopedia/greenhouse-effect/
5. Süddeutsche Zeitung (25.8.2020): „Wir brauchen null Emissionen. Null!“, abgelesen am 23.11.2020, um 7:58 von https://www.sueddeutsche.de/politik/klimawandel-emissionen-energie-1.5005515
6. myclimate: „Was sind sinnvolle Maßnahmen und Lösungen gegen den Klimawandel?“, abgelesen am 23.11.2020, um 8:5 von https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-sind-sinnvolle-massnahmen-und-loesungen-gegen-den-klimawandel/
7. Tech and the City (24.1.2019): „Technische Lösungen für den Klimawandel“, abgelesen am 23.11.2020, um 8:12 von https://techandthecity.de/technische-loesungen-fuer-den-klimawandel/
8. The Guardian (18.2.2011): „What is Geoengineering“, abgelesen am 23.11.2020, um 9:00 von https://www.theguardian.com/environment/2011/feb/18/geo-engineering
9. ZDF (16.11.2019): „Wie eine Schweizer Firma CO2 direkt aus der Luft saugt“, abgelesen am 23.11.2020, um 9:19 von https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ventilatoren-reinigen-luft-von-kohlendioxid-100.html

Autorin / Autor: Fabio Kron, 17 Jahre