Was du willst, will ich (später) auch

Psychologische Studie: Beziehungspartner_innen beeinflussen sich gegenseitig in ihren Zielen

Was du anstrebst, was du vermeidest - das bestimmst du nicht allein, zumindest wenn du dich in einer Partnerschaft befindest. Denn dein Schatz beeinflusst dich in deinen Zielen kurzfristig und langfristig. Das zumindest wollen Forscher_innen der Universität Basel in einer Studie mit über 450 heterosexuellen Paaren herausgefunden haben - unabhängig von Geschlecht, Alter und Beziehungsdauer.
Die Wissenschaftler_innen hatten ihre Testpersonen zunächst in einer vierzehntäglichen Befragung jeden Tag befragt, ob sie heute versucht hätten, Konflikte mit dem Partner zu vermeiden oder aber sinnvolle Erfahrungen gemeinsam zu teilen. Die vierzehntätige Befragung wurde ein Jahr später noch einmal wiederholt.
Dabei zeigte sich eine Angleichung. Wenn innerhalb einer Partnerschaft der eine zum Beispiel Verletzungen und Konflikte vermeidet, so versucht der andere das auch. Und umgekehrt: Wenn das Gegenüber etwa Wachstum und sinnvolle Erfahrungen anstrebt, möchte man dasselbe erreichen. Das Psychologie-Team um Erstautorin Prof. Dr. Jana Nikitin fand dabei vor allem zeitlich verzögerte Effekte: die täglichen Ziele eines Partners / einer Partnerin passten vor allem mit den mittel- und längerfristigen Zielen des anderen Partners / der anderen Partnerin zusammen.
Es braucht also mehrere Tage bis Monate, bis sich die langfristigen Beziehungsziele eines Partners auf die Ziele des andern auswirken. Für Nikitin könnte dies ein Mechanismus sein, um die Zweierbeziehung stabil zu halten, denn auf der einen Seite gleicht man sich aneinander an, auf der andere lässt „man sich nicht von jeder momentanen Schwankung des Partners beeinflussen“, wie die Forscherin erklärt.

Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts «The Journals of Gerontology» erschienen.

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung