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Die TU Berlin hat untersucht, wie jede*r einzelne von uns seinen CO2-Fußabdruck mindern könnte

Auch wenn wir immer wieder gerne Staaten und Großkonzerne für den Klimawandel verantwortlich machen wollen, immerhin sind rund zwei Drittel der globalen Treibhausgas-Emissionen entweder direkt oder indirekt auf die privaten Haushalte zurückzuführen. So beträgt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von CO2 in Europa rund 7,5 Tonnen pro Jahr. Damit liegen wir zwar deutlich unter den Werten von Nordamerika (13,4 t), aber deutlich über dem Wert für Afrika oder dem Mittleren Osten (1,7 t). „Schon aus diesen Zahlen wird deutlich, dass Veränderungen in unserem europäischen Konsumverhalten dringend geboten sind, um die Emissionen zu drosseln und damit den Klimawandel zu verlangsamen“, so Felix Creutzig, Leiter des Fachgebiets Sustainability Economics of Human Settlements an der TU Berlin. In einer internationalen Metastudie hat er zusammen mit anderen Wissenschaftler_innen untersucht, welche Möglichkeiten jede_r Einzelne hat, seinen/ihren individuellen CO2-Fußabdruck zu senken. Das Team identifizierte aus rund 7000 Fachartikeln 61 mögliche Einzeloptionen und analysierte ihr Reduktionspotenzial.
Um 2050 die Netto-Nullemission zu erreichen, ist ein deutlicher und schneller Rückgang der CO2-Emissionen nöltig, denn nur so kann der durchschnittliche Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden.

Die Wissenschaftler_innen nahmen daher Emissions-Verbesserungspotenziale unter anderem in den Bereichen Mobilität, Ernährung und Wohnen genauer unter die Lupe und stellten in der Metastudie schließlich 61 Konsumoptionen vor, die das Potenzial haben, die Emissionen nachhaltig zu senken.

Autofreies Leben
Zu den Optionen mit dem höchsten Minderungspotenzial der CO2-Emissionen zählt laut den Forscher_innen das autofreie Leben und die Umstellung auf ein Elektro-Fahrzeug. Doch auch die Reduzierung der persönlichen Flugzeit um einen Hin- und Rückflug im Langstreckenbereich zeige schon ein durchschnittliches Reduktionspotential des jährlichen CO2-Pro-Kopf-Verbrauchs von mehr als 1,7 Tonnen.

Essensumstellung
„Ein weiterer Konsumfaktor mit einem hohen Reduktionspotenzial ist unsere Ernährung“, erläutert Felix Creutzig. „So bietet der Wechsel zu einer veganen Ernährung ein durchschnittliches Pro-Kopf-Reduktionspotenzial von 0,9 Tonnen CO2 pro Jahr. Aber auch schon die Umstellung auf vegetarische Ernährung oder die sogenannte Mittelmeerdiät bringt Reduktionspotenziale von rund einer halben Tonne CO2 pro Kopf pro Jahr mit sich. Ähnliche Einsparpotenziale lassen sich erreichen, wenn man sein Koch-Equipment anpasst und dabei auf energieeffiziente Töpfe und Pfannen, einen modernen Herd und Ähnliches setzt. Auch kleinere Veränderungen wie die Verringerung der gesamten Nahrungsaufnahme und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen verbessern die CO2-Emissionen pro Kopf durchschnittlich um 0,3 Tonnen.“

Erneuerbare Energien
Ganz oben auf der Liste der vorgeschlagenen Optionen rangieren auch die Umstellung auf erneuerbare Energien im Haushalt sowie Renovierungsmaßnahmen an Haus und Wohnung, die zur Energieeinsparung beitragen.

Jede_r Einzelne kann etwas tun
„Insgesamt konnten wir feststellen, dass die von uns ermittelten Top zehn Verbrauchsoptionen alle zusammengenommen ein durchschnittliches jährliches Minderungspotenzial von mehreren Tonnen CO2 pro Individuum ergeben würden. Damit konnten wir deutlich belegen, dass auch jeder Einzelne in seinem Konsumverhalten erhebliche Beiträge dazu leisten kann, das globale Ziel zu erreichen, den Temperaturanstieg auf 1,5° bis 2°C zu begrenzen“, so der Wissenschaftler. „Gleichzeitig kann die Politik aber nicht aus der Verantwortung entlassen werden. Zum Beispiel ist ein autofreies Leben nur möglich, wenn die Stadtverwaltungen überall sichere Fahrradwege anlegen.“

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Autorin / Autor: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 7. Mai 2020