Rettet die Sandstrände!

Die Hälfte der weltweiten Sandstrände könnten bis zum Ende des Jahrhunderts verschwinden, sagen Forscher_innen. Schuld ist der Klimawandel.

Was bringt mehr Urlaubsfeeling als die Füße in den weichen Sand zu stecken, während die Wellen an den Strand rauschen? Mit diesem ganz besonderen Paradies-Gefühl könnte in den kommenden Jahrzehnten Schluss sein.
Rund ein Drittel der Küstenregionen auf unserem Planeten machen Sandstrände aus. Sie bilden eine natürliche Grenze zwischen Land und Wasser und haben eine wichtige Schutzfunktion, indem sie Wellen und Fluten abbremsen und damit den angrenzenden Lebensraum vieler Tiere vor Überflutungen schützen. Und natürlich spielen sie nicht zuletzt eine wichtige Rolle für den Tourismus, denn Sandstrände sind ausgesprochen beliebt. Leider ist ihr Vorhandensein nicht garantiert, denn eine aktuelle Studie von Forscher_innen um Michalis Vousdoukas am Joint Research Centre (JRC) im italienischen Ispra attestiert den Sandstränden keine allzu lange Lebensdauer mehr, wenn der Klimawandel nicht verlangsamt wird.

Ansteigende Meeresspiegel und Stürme setzen den Stränden zu
Es sind naturgegebene meteorologische oder geologische Faktoren, die den Sandstränden zusetzen und für Erosion sorgen, aber auch manchmal wieder Sand anspülen und den Strand vergrößern. Doch der Klimawandel könnte ihnen nun wirklich den Garaus machen, wie die Forscher_innen berechnet haben. Die Kombination aus einem ansteigenden Meeresspiegel und dem häufigeren Auftreten von extremen Stürmen könnte dazu führen, dass die Hälfte der Sandstrände zum Ende des Jahrhunderts verschwunden sind.

Weil Küstengebiete auch durch Bevölkerungswachstum immer stärker besiedelt sind, könnten auch zahlreiche Menschen und ihre Häuser davon betroffen sein.

Die Forscher_innen kombinierten für ihre Studie die Daten von 35 Jahren Satellitenbildern der Küstengebiete und denen aus verschiedenen Klimaszenarien zum voraussichtlichen Meeresspiegelanstieg. Außerdem simulierten sie Millionen von Sturmereignissen und berechneten die globale Küstenerosion, die durch sie verursacht werden könnte.

Die Forschenden sind überzeugt, dass eine Reduktion der Treibhausgase 40% des Strandverschwindens verhindern könnte. Allerdings müssten dennoch in besonders betroffenen und dicht besiedelten Küstengebieten Maßnahmen ergriffen werden, um die Erosion zumindest zu verlangsamen und zu begrenzen. Denn während die meisten nur auf ihr Urlaubsfeeling verzichten müssten, geht es für Menschen in Küsten Regionen um ihr Hab und Gut und ihre gesamte Lebensgrundlage.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachjournal Nature Climate Change erschienen.

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