No Future?

Bericht von WHO, Unicef und The Lancet: Die Welt scheitert daran, Kindern ein gesundes Leben auf einem heilen Planeten zu ermöglichen

Bild: WHO

Der ökologische Niedergang, der Klimawandel und exzessive Marketingpraktiken, die Kinder zu Fast Food, Süßgetränken, Alkohol und Tabak verführen - das sind Faktoren, die eine gesunde Entwicklung und eine hoffnungsvolle Zukunft für Kinder auf dieser Welt zunichtemachen. So zumindest kritisiert es der Bericht "A Future for the World’s Children?" (Eine Zukunft für die Kinder der Welt"), der erstmalig von einer Expert_innen-Kommission der Weltgesundheitsorganisation WHO, der UNICEF und The Lancet verfasst wurde. 40 internationale Expert_innen für Kindergesundheit haben an dem Bericht mitgearbeitet.

Während ärmere Länder daran arbeiten müssten, Kindern die Möglichkeit zu geben, ein gesundes Leben zu leben, bedrohe der exzessive CO2 Ausstoß alle Kinder auf der Welt, mahnt der Bericht. Würde der Anstieg der globalen Temperatur im Jahr 2100 bei 4°C liegen, würde dies massive Auswirkungen auf die Kindergesundheit haben: Ein Anstieg der Meeresspiegel, Hitzewellen, die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber sowie Mangelernährung.

Deutschland auf Rang 14
Der Bericht zeigt, dass Kinder in Norwegen, der Republik Korea und den Niederlanden die besten Chancen auf eine gute Zukunft haben, während Kinder in Somalia, Niger, Mali, dem Chad und in der zentralafrikanischen Republik die schlechtesten Karten hätten. Deutschland liegt in dem Ranking auf Platz 14. Gleichzeitig liegt es aber in Sachen Nachhaltigkeit nur auf Rang 161.
Auch wenn die ärmsten Länder den geringsten CO2 Ausstoß hätten, träfen sie die Auswirkungen des Klimawandels oft am härtesten, sagt Awa Coll-Seck aus dem Senegal, Ko-Vositzender der Kommission. Die Forderung, Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen, dürfe nicht auf Kosten der Zukunft der Kinder auf der ganzen Welt gehen. Zu den Ländern, die die Klimaziele bis 2030 erreichen werden und trotzdem unter den Top 70 in Sachen Kinderzukunft sind, gehören Albanien, Armenien, Grenada, Jordanien, Moldawien, Sri Lanka, Tunesien, Uruguay and Vietnam.

Aggressives Marketing für Zigaretten, Akohol, Fast Food
Der Report unterstreicht außerdem, wie negativ sich aggressive Marketingpraktiken auf die Zukunft der Kinder auswirken. Manche Kinder sehen in einem einzigen Jahr 30.0000 Werbespots im Fernsehen, darunter auch solche für E-Zigaretten & Co. In den USA würden mit E-Zigaretten-Spots etwa 24 Millionen junge Menschen erreicht. Professor Anthony Costello, einer der Autoren, kritisiert, dass die freiwillige Selbstkontrolle versagt hätte, denn Kinder und Jugendliche bekämen trotzdem zahlreiche Alkoholwerbung zu sehen. Dies würde durch Werbung in den sozialen Netzwerken noch zunehmen.

Auch die alarmierende Zunahme von Übergewicht bei Kindern führen die Autor_innen auf aggressive Marketingmaßnahmen für ungesunde Nahrungsmittel zurück.

Fünf Forderungen für eine Zukunft für Kinder
Die Autor_innen fordern darum Maßnahmen, um die Gesundheit und die Zukunft von Kindern und Jugendlichen weltweit zu schützen:

1. CO2 Emissionen mit größter Dringlichkeit stoppen, um den Kindern eine Zukunft auf diesem Planeten zu sichern
2. Kinder und Jugendliche sollen in den Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung gestellt werden
3. Mehr Investitionen und Initiativen in allen Bereichen, um auf die Gesundheit und die Rechte von Kindern hinzuwirken
4. Die Stimmen der Kinder sollten stärker in politische Entscheidungen miteinbezogen werden
5. Es soll strengere nationale Regeln gegen schädliches, kommerzielles Marketing geben, die durch ein neues entsprechendes Protokoll zur UN-Konvention über die Rechte der Kinder unterstützt werden

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Autorin / Autor: Presseinformation - Stand: 20. Februar 2020