Der Greta-Effekt

Studie der Universität Konstanz zum „Fridays for Future“-Schulstreik

Fridays for Future Demsontration

"Die junge Generation ist politisch, wissbegierig und idealistisch." Das meinen Wissenschaftler_innen der Uni Konstanz, die eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern, die sich am Fridays for Future Schulstreik beteiligt haben, durchgeführt und ausgewertet haben. Während manche die Proteste zum "Schule schwänzen" degradieren, sind die Forscher_innen sicher: Der überwältigenden Mehrheit geht es keineswegs um entspannte Fehlstunden. Ihnen sei vielmehr wichtig, für ihre Sache einzutreten und sie seien sogar bereit, hierfür Strafen in Kauf zu nehmen.

145 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden für die Studie befragt. Passenderweise arbeitete der Konstanzer Soziologe und Organisationsforscher Sebastian Koos ohnehin gerade im Rahmen eines geförderten Projekts an der Frage, was junge Menschen zu nachhaltigem Handeln antreibt und was sie hindert. Da kamen die Teilnehmer_innen der Fridays for Future Demonstrationen gerade recht. Über 95% der Befragten waren der Meinung, ihr Engagement könne etwas verändern – aber nur jeder Zehnte fand auch, es sei außerdem eine gute Gelegenheit zum Schwänzen. Die große Mehrheit (83%) verpasste zwar Unterricht, aber das war für sie ebenso zweitrangig wie das Teilnahmeverbot durch die Schule, das immerhin fast die Hälfte der Demonstrierenden betraf. Die Schülerinnen und Schüler sind sogar bereit, Sanktionen wie Nachsitzen in Kauf zu nehmen, mit denen mehr als ein Drittel der Befragten durchaus rechnete.

Sebastian Koos erklärt: "Viele waren bereits politisch engagiert, hatten etwa schon an einer Demonstration oder Petition teilgenommen. Es brauchte nur ein Vorbild wie die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg und eine wirksame Protestform: den Schulstreik. Der ‚Greta-Effekt‘, die Überzeugung, dass das eigene Engagement etwas bewirken kann, ist dann ein wichtiges Motiv für die Teilnahme am Schulstreik. Außerdem bekommen die jungen Leute viel Rückendeckung von ihren Eltern und trotz offizieller Verbote sogar von zahlreichen Lehrer_innen. Unsere Umfrage zeigt, dass die Mobilisierung vor allem in der Schule (45%), über Freunde (60%) und über Aufrufe in sozialen Netzwerken (75%) geschieht.“

Die Konstanzer Wissenschaftler_innen hoffen, dass sie mit ihrer Umfrage einen Beitrag zur Versachlichung der teils schrillen Debatte leisten können.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 25. März 2019
 
 
 

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