Streikt, demonstriert und tanzt aus der Reihe!

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag gibt es nach wie vor 1000 Gründe, auf die Straße zu gehen

Wenn es "nur" die Rollenklischees wären, die Mädchen und Frauen an einem selbstbestimmten Leben hindern, dann könnte es ja noch einen Funken Hoffnung geben, dass die irgendwann überwunden wären. Obwohl der Hass und die Gewalt an Frauen weltweit wieder zunehmen. Hinzu kommen knallharte gesellschaftliche und politische Machtgefälle und auch Gesetze, die Frauen weltweit unterdrücken. Wie jedes Jahr könnten wir hier wieder eine unendliche Aufzählung runterrasseln:

-> Frauen und Mädchen sind - nicht nur in Kriegszeiten - unermesslichen Gewalterfahrungen ausgesetzt
-> Frauen und Mädchen werden fast überall auf der Welt zu Sex-Objekten degradiert. Nicht nur ihre Menschenwürde wird mit Füßen getreten, sondern immer wieder sind sie auch Opfer von gezielten Tötungen - sogenannten Femiziden - "nur" weil sie eine Frau sind. Solche Taten werden oft harmlos als "Beziehungstat" oder "Familiendrama" oder "Mord aus Eifersucht" bezeichnet...
-> Gleichzeitig wird der weibliche Körper oft als "unrein" gebrandmarkt. Ein "Argument", dass die mörderischen Klitorisbeschneidungen mancher Gesellschaften begründen soll, aber auch hinter den unzähligen "Verschönerungsmaßnahmen" in den industrialisierten Ländern steht, angefangen bei Kosmetikprodukten bis hin zu verstümmelnden Schamlippen-Operationen, denen sich Frauen und Mädchen freiwillig unterziehen.
-> Wenn Frauen, aus welchen Gründen auch immer, eine Schwangerschaft beenden wollen, ist das in vielen Ländern der Welt eine Straftat, die übrigens auch in Deutschland durch den Paragrafen 218 geahndet wird.
-> Frauen werden für die gleiche Arbeit geringer bezahlt als Männer
-> sie haben insgesamt gesehen weniger Eigentum und sind öfter von sozialen Sicherungssystemen - oder eben Männern - abhängig
-> trotz der Tatsache, dass die Menschheit mindestens zu Hälfte weiblich ist, sind Frauen nahezu in allen wichtigen Entscheidungsgremien in einer krassen Minderheit: In der Politik, in der Wirtschaft und in anderen leitenden Funktionen.

Wie kann etwas zu feministisch sein?

Die Liste können wir natürlich endlos weiterführen, und es scheint so als wären die Verhältnisse festgefahren. Übertrieben? Zu feministisch? Nur weil Frauen Gleichberechtigung, körperliche und seelische Unversehrtheit und Menschenwürde fordern? Es sind universelle Menschenrechte, die allen Erdbewohner*innen zustehen - egal welcher Nationalität, welcher Religion, welcher Hautfarbe. Nicht mehr und nicht weniger fordern Frauen am Internationalen Frauentag ein. Und wir finden, dass es es an der Zeit ist, dass diese Menschwerdung endlich stattfinden muss. Immer. Überall.

Wenn ihr am 8. März auf die Straße gehen oder eine andere Veranstaltung besuchen wollt, schaut in den sozialen Netzwerken, was so los ist in eurer Gegend. Aktionen findet ihr auch unter dem Stichwort "Frauenstreik 2020".

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 8. März 2020