Schlau-Wauwau?

Studie: Hunde-Intelligenz wird oft überschätzt - auch in einigen Studien zum Thema

"Paula" Bild: Nadine Eckstein

Euch mag euer Hund vorkommen, wie das intelligenteste Tier der Welt. In Wahrheit ist er es vermutlich nicht.
Wissenschaftler_innen der Universitäten Exeter und Canterbury Christ Church haben über 300 Studien ausgewertet, die sich mit Hunde-Intelligenz und der anderer Haustiere, Fleischfresser oder sozialer Jäger  beschäftigt (z.B. Katzen, Pferde, Tauben, Schimpansen, Delphine, Bären, Hyänen, Löwen und Wölfe).

Die Forscher_innen fanden dabei heraus, dass in vielen Studien Hunde-Intelligenz sehr wohlwollend betrachtet wird und Autor_innen zu einer gewissen Über-Interpretation neigen. Einige Studie schienen nur darauf angelegt, zu beweisen, wie schlau Hunde sind, kritisieren die Forscher_innen. Sie würden dann gerne mit Schimpansen verglichen und wann immer ein Hund vermeintlich besser abschnitt als ein Schimpanse, wurde das als weiterer Beleg für die herausragende Intelligenz der Hunde gewertet. Tatsächlich fand sich beim Hund aber keine Begabung, die nicht mindestens ein anderes Tier ebenso erreichte oder sogar übertraf.

Geschaut wurde dabei vor allem auf Intelligenzmerkmale wie räumliches Vorstellungsvermögen, Selbstwahrnehmung, soziale Kognition, Körper- oder Sinneswahrnehmungen. Im Vergleich zu anderen Haustieren, Fleischfressern oder sozialen Jägern schnitt der Hund nirgendwo herausragend ab, auch wenn er in manchen Bereichen - etwa beim sozialen Lernen - durchaus vorne mit dabei ist.

Die Forscher_innen möchten damit niemanden die Freude an ihrem Hund nehmen. Im Gegenteil. Dr Britta Osthaus, of Canterbury Christ Church University, die an der Studie beteiligt war, betont, wie wichtig eine realistische Einschätzung für eine artgerechte Haltung ist: "Wir tun Hunden keinen Gefallen, wenn wir zu viel von ihnen erwarten. Hunde sind Hunde und wir müssen ihre wirklichen Bedürfnisse und ihre wahren Fähigkeiten berücksichtigen, wenn wir uns überlegen, wie wir mit ihnen umgehen.“

Seid also nicht enttäuscht, wenn euer Hund immer noch nicht das Einmaleins kann oder einfach nicht versteht, dass sein Lieblingsfutter im Supermarkt ausverkauft war. Auch wenn er keine Intelligenzbestie ist, so kann er euch dennoch ein treuer Begleiter und liebevoller Gefährte sein. Es wäre ja noch schöner, wenn wir die menschliche schöner-schlauer-reicher-Mentalität nun auch noch auf unsere Haustiere übertragen würden.

Die Ergebnisse wurde im Fachjournal Learning & Behavior veröffentlicht.

Quelle:

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Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 2. Oktober 2018
 
 
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