Saubere Hände, offen für Neues?

Studie: Wer die Hände wäscht, wirft alte Ziele leichter über Bord

Wozu Hände waschen nicht alles gut ist. Der Reinigungsvorgang befreit nicht nur von Schmutz und Bakterien, nein, er wäscht auch alte, ungebrauchte Ideen und Ziele mit ab und sorgt somit für einen klaren Kopf, der offen für Neues ist. Das zumindest suggeriert eine Studie der University of Toronto. Ein Forscherteam um Ping Dong hat in Experimenten gezeigt, dass sich Testpersonen, die sich zuvor durch Fragebögen und Wortspiele auf bestimmmte Ziele fokussieren sollten, dieses gerne wieder über Bord warfen, wenn sie sich die Hände mit einem Feuchttuch gereinigt hatten. Sie neigten weniger dazu, ihr Verhalten den gesteckten Zielen anzupassen und empfanden überhaupt die Ziele als weniger wichtig. Hatten sie beispielsweise als Ziel, sich gesünder zu ernähren, dann griffen sie nach der Reinigung eher nach Süßigkeiten als die Kontrollgruppe.
Sie waren dafür aber leichter für neue Ziele und Ideen zu gewinnen als die Kontrollgruppe, die sich nicht die Hände gereinigt hatte.

Die Wissenschaftler_innen meinen, dass der Reinigungsvorgang symbolisch auch die Befreiuung bestimmter psychologischer Erfahrungen verkörpert. Wie wir Schmutz von unseren Händen waschen, können wir auch Schuld, unangenehme Gefühle oder gesteckte Ziele wegwaschen. Sie betonen allerdings, dass die Ergebnisse der Studie nicht ausreichten, um Menschen, die Ziele erreichen wollen, bestimmte Hygienevorschläge zu machen. Die könnten ja mitunter auch dazu führen, dass Leute sich besser nicht die Hände waschen sollten, die ihre (alten) Ziele erreichen wollen. ;-)

Zum Vorgang des Händewaschens gibt es schon recht viele psychologische Studien, und es spiegelt sich auch in der Sprache wieder (die Hände in Unschuld waschen), dass der Reinigungsvorgang etwas mit der Abtrennung oder Entfernung ungewünschter Gefühle zu tun haben kann. Und offensichtlich kann er auch helfen, sich leichter neu zu orientieren und sich anderen Zielen zuzuwenden.

Die Studie wurde im Journal of Experimental Psychology veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Pressemitteilung - Stand: 22. Juni 2017