Die Kraft der guten Nachricht

Studie der Uni Hohenheim: Deutsche merken sich positive Meldungen besser als schlechte

Wer regelmäßig Zeitung liest, ist zwar einigermaßen gut informiert, bekommt aber nicht selten schlechte Laune ob der meist negativen Schlagzeilen. Sollte sich dann aber doch die ein oder andere gute Nachricht unter den Artikeln finden, und dreht sie sich dann auch noch um das eigene Land, merken wir uns sie offenbar besser als schlechte News. Zumindest im Vergleich zu US-Amerikaner_innen. Das fanden Medienpsycholog_innen an der Universität Hohenheim um Prof. Dr. Sabine Trepte zusammen mit US-Kolleg_innen in einer soeben veröffentlichten Studie heraus.

Zeitung lesen für die Wissenschaft
Die Forscher_innen legten in beiden Ländern Studierenden verschiedene Zeitungsartikel vor – 119 Testpersonen in den USA und 245 in Deutschland. „Zwei Texte beschäftigten sich mit Bildung und der nationalen Sicherheit – beides Themen, die für junge Leute sehr wichtig sind“, erklärt Prof. Dr. Trepte. Bei jeweils der Hälfte der Probanden war Deutschland in den beiden Artikeln positiver dargestellt als die USA, bei der anderen Hälfte war es umgekehrt. Zwischen den beiden Texten gab es jeweils einen sogenannten Störtext mit neutralem Thema, der vom Ziel der Studie ablenken sollte.

Anschließend wurden den Proband_innen Fragen zum Inhalt vorgelegt. „Wir wollten sehen, ob die für das eigene Land positive oder negative Färbung eines Artikels dazu führt sich die Inhalte besser zu merken“, so Prof. Dr. Trepte. Laut den Forscher_innen war das Ergebnis eindeutig: Deutsche hatten positive Informationen über das eigene Land deutlich besser im Gedächtnis behalten als negative. „Ein Effekt, der bei US-Amerikanern nicht erkennbar ist", so die Expertin.

Deutsche wollen gut dastehen
Einen Grund dafür sieht Prof. Dr. Trepte darin, dass Jugendliche und junge Erwachsene insgesamt heute wesentlich weniger Zeitung lesen als früher. „Sie bilden sich daher, wenn sie Artikel vorgelegt bekommen, zunächst eine undifferenzierte Meinung. Erst ein Vergleich der eigenen sozialen Gruppe – in den vorgelegten Texten die Nationalität – mit einem relevanten Partner schaffe Aufmerksamkeit. „Darauf springen die Menschen gewissermaßen an.“ Den Unterschied zwischen den beiden Ländern erklärt die Forscherin damit, dass in Deutschland das Lesen von politischen Texten doch noch wesentlich verbreiteter sei als in den USA. Hinzu käme ein Identitätsproblem: „Mit Blick auf die Geschichte ist Deutschen die Frage, wie man heute im Vergleich mit anderen dasteht, wichtiger als den meisten US-Amerikanern.“

Schulen könnten Effekt positiver Inhalte nutzen
Man könnte natürlich nicht alle Texte positiv verpacken, damit sich die Leser die Inhalte besser behalten, räumt Prof. Dr. Trepte ein. Doch Schulen und Bildungsstätten rät sie, diesen Effekt zum Lernen zu nutzen. „Sie sollten die Jugend dazu animieren, wieder mehr Nachrichten in der Zeitung zu lesen. Wenn sie sich zum Einstieg an positiven Nachrichten ausrichten würden, könnte das zum Erfolg beitragen.“

Quelle

Autorin / Autor: Redaktion/Pressemitteilung - Stand: 20. September 2016
 
 

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