Ein Leben ohne Angst - ein Traum

Interview mit dem Bonner Mädchentreff AZADE über ihren Rap zum Thema Angst




Text: Azade-Mädchen, Musik: Rap4Respect, Schnitt: SK Stiftung Jugend und Medien

Euer beeindruckendes Video ist gerade erschienen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Rap zu machen?

Eigentlich hatten wir schon länger geplant, an einem Rap-Workshop teilzunehmen. Nach den Anschlägen von Paris im November 2015 war uns dann schnell klar, dass wir etwas zum Thema „Angst“ machen wollten. Wir haben sehr viel darüber in der Schule und auch im Mädchentreff Azade diskutiert. Dann haben wir uns das zum Thema gemacht.

Wen wollt ihr mit dem Video ansprechen?
Wir wollen vor allem Jugendliche ansprechen und zum Nachdenken anregen. Oft wird vergessen, dass wir (Mädchen mit Migrationshintergrund) auch Ängste haben. Aber das kommt überhaupt nicht in den Medien vor.

Erzählt mal ein bisschen über den Prozess der Entstehung
Wir haben uns ja zu dem Workshop schon Wochen vorher angemeldet und waren ganz gespannt. Keine von uns hatte vorher Texte geschrieben oder gerappt. Aber dann haben wir gemerkt, dass das gar nicht so schwer ist. Wir haben uns zusammen gesetzt, Stichworte gesammelt und dann auch untereinander darüber diskutiert.

Bei den Straßenszenen habt ihr ja auch ganz "unbeteiligte Bürger“ vor die Kamera geholt. War es schwierig, sie zu motivieren?
Viele waren erst mal unsicher wegen der Themenwahl. Manche waren sehr interessiert und manche haben uns auch direkt angesprochen. Aber einige hatten auch überhaupt kein Interesse und sind einfach weitergegangen.

Wo habt ihr das Video schon veröffentlicht? Und welche Reaktionen habt ihr erhalten?
Wir haben das Video nur auf unserer Facebook Seite Meinung.Macht.Medien veröffentlicht, im Mädchentreff haben wir auch eine Premiere gehabt. Die anderen Mädchen fanden das auch total cool. Aber unseren Eltern und unseren Mitschülerinnen haben wir das nicht gezeigt. Unsere Eltern würden das nicht verstehen.

Das Video ist ja im Rahmen eures Projekts MeinungMachtMedien enstanden. Worum geht es in dem Projekt?
In dem Projekt geht es darum, wie über bestimmte Themen in den Medien berichtet wird. Wenn wir zusammenkommen, diskutieren wir über aktuelle Themen, hinterfragen auch alles. Aber vor allem schauen wir, wo sind Vorurteile und wo wird auch falsch oder eben nur negativ berichtet, z.B. über Migrantinnen oder Geflüchtete. Natürlich geht es in unserem Projekt auch um den Beruf der Journalistin.

Warum ist es wichtig, dass Menschen mit „Migrationshintergrund“ mehr Einfluss auf die Medien nehmen?
Dann haben wir endlich Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und sich auch besser mit „unseren“ Themen und Welten auskennen. Jemand mit „Migrationshintergrund“ ist dann auch sensibler und versteht bestimmte Dinge besser. Wir müssen uns dann nicht noch mal erklären. Wir werden dann auch nicht komisch angeschaut, weil wir gut Deutsch sprechen, oder weil wir Öztürk oder Korkmaz heißen und weil wir doch nicht zwangsverheiratet werden.

Habt ihr Vorbilder in Bezug auf die Medien?
Vor ein paar Wochen hat uns die Schriftstellerin Stefanie de Velasco in der Azade besucht und aus ihrem Buch Tigermilch vorgelesen. Die ist wirklich super.

Was habt ihr als nächstes vor? Gibt es ein Projekt, das ihr gerne umsetzen wollt?
Die Weltherrschaft an uns zu reißen;-)

Zum Schluss: euer sehnlichster Wunsch bezogen auf das Zusammenleben der Menschen in Bonn und auf der ganzen Welt? ;-)
Frieden und Gerechtigkeit und Freiheit!

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Infos

Das Projekt Meinung.Macht.Medien wird gefördert durch das Amt für Kinder, Jugend, und Familie der Stadt Bonn und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Projekt wird durchgeführt von „Interkultureller Mädchentreff Azade“.

Das Video ist in Kooperation mit SK Stiftung Jugend und Medien und Rap4Respect entstanden.

Autorin / Autor: Redaktion/ Mädchentreff Azade - Stand: Dezember 2015
 
 
 

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