Sprache? Positiv!

Studie: Der Mensch tendiert mehr zu positiven Wörtern

Gibt es Sprachen, die positiver sind als andere? Und welche, die eher düstere Worte bevorzugen? WissenschaftlerInnen beschäftigen sich schon viele Jahre mit dieser Frage, nachdem bereits 1969 WissenschaftlerInnen die These (die sogenannte Pollyanna Hypothese) aufgestellt hatten, dass menschliche Sprachen generell eine Tendenz zu positiven Ausdrücken haben. Eine wissenschaftliche Untermauerung dieser These im Big Data-Stil ist nun einem Forscherteam der University of Vermont gelungen.

Sie haben aktuelle Texte aus zehn verschiedenen Sprachen analysiert - darunter unter anderem Filmuntertitel auf arabisch, Tweets auf koreanisch, düstere russische Literatur, Schlagzeilen aus der New York Times, Songtexte auf englisch - also Texte, die nicht naturgegeben positiver Natur sind. Millionen von Wörtern wurden aus diesen Quellen herausgesucht und bewertet. Zunächst wurden die 10.000 meist verwendeten Wörter aus jeder Sprache herausgesucht. Diese wurden dann von MuttersprachlerInnen im Hinblick auf ihren positiven oder negativen Charakter auf einer eins bis neun-Punkte-Skala bewertet, wobei 9 den höchsten buchstäblichen Glücksfaktor darstellte. Sie erhielten insgesamt 5 Millionen individuelle bewertete Wörter, der Mittelwert wurde dann jeweils für die Analyse herangezogen. So ergaben sich für die englischen Wörter zum Beispiel Werte wie 1,3 für Terrorist und 8,5 für "Laughter".

Es zeigten sich durchaus Unterschiede zwischen den Sprachen und Textquellen, so ergaben Google-Suchen auf spanischsprachigen Websites beispielsweise einen höheren Glücksfaktor als etwa chinesische Literatur. Alles in allem aber wiesen sämtliche untersuchten Quellen und Sprachen einen Wert von über 5, also eine Tendenz zum Positiven, auf. Das bedeutet, dass Sprachen universell offensichtlich positive Wörter bevorzugen und traurige Wörter sparsam einsetzten. Den Forschern zufolge zeigen die Ergebnisse nicht nur, dass alle menschlichen Texte naturgegebenerweise zum Positiven neigen, sondern auch, wie stark die soziale Natur des Menschen in den Bausteinen der Sprache eingeschrieben ist.

Dann hoffen wir jetzt mal, dass diese Tendenz zu den schönen Worten sich auch in den Krisengesprächen bemerkbar macht, die derzeit die Welt in Atem halten, und dass sie nicht nur positiv klingen und gemeint sind, sondern auch positive Taten nach sich ziehen.

Die Ergebnisse der Studie erscheinen in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.

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Quelle:

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 12. Februar 2015
 
 
 

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