"Die Welt ein Stückchen heiler machen"

Anna-Sophie hat die neueste Single von "The Pretty Reckless" gehört und ihre Gedanken fließen lassen

Manche Lieder hört man und findet sie ganz schön, weil sie die Welt ein Stückchen heiler machen. Zumindest für einen Moment. Andere Lieder bewirken genau das Gegenteil: Sie rütteln uns auf brutalste Weise wach aus unserer Lethargie und unserem bequemen Wohlstand, der aus einem prall gefüllten Kühlschrank und einem sicheren Zuhause besteht. Aber nicht allen geht es so gut, wie uns. Im Gegenteil.

Die amerikanische Rock-Band "The Pretty Reckless" thematisiert eben genau dieses Thema einer unsteten und unsicheren Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit im Musikvideo zur neuesten Single "House on a Hill". Das Lied ist eine Singleauskopplung aus dem zweiten Album "Going to Hell", welches im März dieses Jahres erschienen ist.

Das Video zum Song

Haus auf einem Hügel - Was dahinter steckt

"House on a Hill" ist ein Song, den man eher zwischen den Zeilen lesen muss. Verdeutlicht wird die Message des Liedes durch das zugehörige Video. Im Musikvideo werden Videos und Bilder aus der Weltpolitik und aus Entwicklungsländern eingeblendet. Im Video "But the children are doing fine" etwa wird eine kurze Videosequenz mit einem ärmlichen und wie man sieht bis auf die Knochen abgemagerten Kind gezeigt, welches nur ein Beispiel für all die vielen hungernden Kinder auf der Welt ist.

Zu "Their intention is to kill and they will" werden Stalin und Mao Zedong gezeigt. Beide waren Diktatoren und schalteten Andersdenkende auf brutalste Weise aus. Stalin als Diktator der Sowjetunion und Zedong als chinesischer Führer. Das Video thematisiert auch die internationale Politik. Das Weiße Haus in Amerika sowie das britische House of Parliament unterstreichen die Liedzeile, welche die Worte "In this house on a Hill" beinhaltet. Das lässt darauf schließen, dass mit dem Haus auf einem Hügel die Regierungssitze der mächtigen Staaten gemeint sind, welche auf einem imaginären Hügel gelegen über den Menschen stehen. In Bezug auf die Weltpolitik werden dort mal gute, mal weniger gute Entscheidungen von den Mächtigen wie US-Präsident Obama, der auch kurz im Video gezeigt wird, getroffen.

Als Gegensatz zu Bildern die für Krieg und Unterdrückung stehen, werden am Ende als Hoffnungsschimmer Bilder von den wichtigsten Personen der Friedensbewegungen weltweit gezeigt. "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" war einer der Grundsätze, nach dem Mahatma Gandhi im gewaltfreien Widerstand handelte. Er trug maßgeblich zum Frieden in Indien und Südafrika bei, war mehrmals im Gefängnis und wurde weltweit zum Symbol für Pazifismus.

Ein individuelles Statement
Gerade weil sich im Lied von The Pretty Reckless keine scharfen Worte gegen die Weltpolitik finden, die vor allem von den Großmächten wie den Vereinigten Staaten von Amerika betrieben wird, lässt der Song viele Interpretationen zu. Genau das ist wahrscheinlich auch ein explizites Ziel der Band: Ein musikalisches Statement zu setzen zu Politik, Kirche und Problemen in der Welt, welches durch die Unterschwelligkeit auch noch Platz für eigene Gedanken bietet. Wie P!nk's Song "Dear Mister President" prangert das Lied an, viel mehr will es aber auch zum Nachdenken anregen und uns aus der gemütlichen Wohlstands-Lethargie wachrütteln. Denn ein demokratisches System, einen gesicherten Frieden und die Einhaltung der Menschenrechte gibt und gab es bisweilen wirklich in vielen Ländern nicht, wie die nachfolgenden Fakten zeigen.

Sechs Fakten rund um die Welt

  • 1 aus 9 - Laut dem World Food Programm (kurz: WFP), einer UN-Organisation, muss jeden Abend einer aus zehn Menschen weltweit abends hungrig zu Bett gehen. Insgesamt beträgt die Zahl der Menschen, die hungern müssen Schätzungen zufolge 805 Millionen während es seit 2013 sieben Milliarden Menschen auf der Welt gibt.
  • 53.000 Todesopfer forderten  laut einem Bericht der Organisation "Action on Armed Violence" (kurz: AOAV)  blutige Anschläge in 66 Ländern mit selbstgebauten Bomben in nur drei Jahren.
  • 7381 Operationen listete die Terrormiliz IS alleine im Irak in einer Art "Jahresbericht 2013" auf. Die Operationen beinhalteten Bombenanschläge, bewaffnete Überfälle, Selbstmordattentate und die Einnahme von insgesamt acht Städten im Jahr 2013.
  • Mindestens 45 Millionen Tote in nur vier Jahren gab es in China während der Sozialismus-Ära unter Diktator Mao Zedong. Von 1949 bis 1973 gab der Begründer der Volksrepublik China den Ton im Land an.
  • "Little Boy" hieß die Atombombe, welche am sechsten August 1945 über Hiroshima abgeworfen wurde. Am neunten August folgte der Abwurf über Nagasaki. Beide Bomben wurden von den USA abgeworfen und sind bis heute die ersten und (offiziell) letzten Kernwaffeneinsätze. Im Jahr 1963 trat ein Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser in Kraft.
  • Extrem unterernährte Kinder in Entwicklungsländern haben oftmals einen extrem aufgeblähten Bauch, der im starken Kontrast zu bis auf die Knochen abgemagerte Arme und Beine steht. Zurückzuführen sind Symptome wie diese auf Krankheiten wie Marasmus oder Kwashiorkor. Alle Krankheiten entstehen durch den Mangel an lebensnotwendigen Proteinen und Energie sowie durch Infektionen, welche durch eine Mangelernährung begünstigt werden.

Weltverbesserung fängt im Kleinen an

"Heutzutage schreibt jeder neue Gesetze; schreiben ist leichter als handeln.", schrieb schon Leo Tolstoi in seinem Werk "Krieg und Frieden". Wie Recht er mit dieser Äußerung hat, zeigt sich aktuell in vielen kritischen Situationen. Krisenherde befinden sich in Europa beispielsweise in der Ukraine, deren politische Krise schon lange nicht mehr nur ein nationales Problem ist. Der russische Präsident macht was er will, ist undurchsichtig bei politischen Handlungen und keiner wagt es so richtig, sich ihm zu widersetzen. Von der EU verhängte Sanktionen trafen Russland vor allem wirtschaftlich, insgesamt erzielten sie aber nicht die erhoffte Wirkung eines Umschwungs und einer kompletten Stabilisierung der politischen Situation in der Ukraine.

Vielleicht sollten wir unseren Wohlstand und unser Leben frei von täglichem Terror auch einfach mal schätzen. Denn eine Selbstverständlichkeit ist das keineswegs, und statt sich auszuruhen auf dem deutschen Wohlstand wäre es vielleicht auch einmal an der Zeit, etwas abzugeben. Freiwillig. An Menschen, die es nicht so gut wie wir haben. Die kommende Adventszeit und das anstehende Fest der Liebe bieten die besten Voraussetzungen, um eine Wohltat zu vollbringen. Sei es nun, dass man etwas an eine Hilfsorganisation spendet, dem Obdachlosen auf der Straße etwas zu essen schenkt oder sich Zeit nimmt, um die Asylbewerber, die um eine Annahme ihres Antrages bangen, zu besuchen und ihnen einfach mal zuzuhören. Weltverbesserung fängt im Kleinen an und jeder kann mitmachen!

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Autorin / Autor: Anna-Sophie Barbutev - Stand: 20. November 2014
 
 
 

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