Tudo bem! – oder: Mein neues Leben in Brasilien

Zitronenbuch macht internationalen freiwilligen Friedensdienst und schreibt für LizzyNet, was sie alles dort erlebt.

Weshalb? …..Brasilien?

Für die Dauer eines Jahres werde ich einen internationalen freiwilligen Friedensdienst machen. Dieser ist als Anderer Dienst im Ausland, FSJ im Ausland anerkannt und gehört zum sogenannten „weltwärts“ – Programm. Seit 1995 bekommen junge Leute durch sogenannte Trägerorganisationen (in meinem Fall die Evangelische Kirche im Rheinland )die Möglichkeit, sich über diese Zeitspanne aktiv im Ausland sozial zu engagieren. Sowohl Frauen, als auch Männer arbeiten so im Sinne des Friedens überall in der Welt.

Wo ich nun lebe:

Meine Mitfreiwillige Isabel und ich wohnen in Três de Maio, einer – für brasilianische Verhältnisse – Kleinstadt. Diese hat ungefähr 24.000 Einwohner und liegt im Süden, im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Unsere neuen vier Wände bestehen aus einem Schlafzimmer, einem Bad und einer Küche. Nebenan wohnt der evangelische Pfarrer „Pastor Renato“ mit seiner Frau, den beiden Söhnen und dem Hund Preta.

Kontraste: Einkaufen und Essen – Anekdoten eins und zwei

Willkommen in der Welt des Fleisches, meine liebe Anna. So fühlte ich mich als Vegetarierin die ersten Tage hier nach unserer Ankunft in Três de Maio. Nun sind wir seit einer guten Woche hier und lernten bereits am Sonntag die Liebe der Brasilianer zum traditionellen Sonntagsessen, dem „Churrasco“, kennen. Das sind riesige Fleischstücke, die meistens an einem langen Spieß serviert und in einem speziellen Ofen zubereitet werden. Dazu gibt es mit verschiedenen Salaten auch Beilagen. Die Suche nach einem wahrhaften „Schwarzbrot“ hatte schon vor einigen Tagen ihren Anfang genommen. In den „mercados“, also Supermärkten hier findet man allerdings nur das, was man bei uns als helles Toastbrot bezeichnen würde. Das ist hier schon die dunkelste, auffindbare Brotvariante. Das Problem: Es ist auf Dauer nicht so gesund und hat zudem eine zweifelhafte Konsistenz. In einer kleinen „padaria“ an der Ecke fanden wir dann – zwischen den hellen Dingen hervorblickend – ein dunkles Körnerbrot. Mein Grundnahrungsmittel hat wieder Einzug in mein neues Leben gefunden! Ansonsten kochen wir in unserer WG selbst, was ihr auch auf den Bildern sehen könnt.

Der neue Alltag

…besteht aus der Projektarbeit. Diese Woche ging es nur wenige Minuten zu Fuß – zu unserem ersten Besuch in der Projektstelle. An unserer Seite: der Pastor unseres Vertrauens: Renato. Er bespricht unsere Aufgaben und Wünsche mit der Leiterin der „escola special“ – einer Schule für Kinder und Jugendliche mit Behinderung(en). Wir werden in den praktischen Bereichen mithelfen und das andere Personal bei den Hausbesuchen in die Familien begleiten. Die Rektorin kommt auch nach einer Weile zu uns. Ein Wandgemälde am Eingang erzählt die Historie der Schule. Dann stößt auch schon die Leiterin zu uns. Wir sehen das Sekretariat, dann gibt es einen Rundgang durch den gesamten großzügigen Komplex für uns. Es gibt mehrere Klassenzimmer, Therapieräume, Küche, Essensbereich, Spielräume… zudem gibt es ein Musikzimmer mit Schlagzeug, Gitarre, Keyboard und Mikrofon. Hier singen und tanzen die Kinder. Auch die Spielräume sind, wie alles dort, sehr gut, farbenfroh und kindgerecht ausgestattet. Für die meisten Kinder gibt es zwei Realitäten: die Welt der Schule und die Welt bei ihnen zuhause. Viele leben in armen Familien. Sie kommen mit dem Schmutz von zuhause bedeckt zur „Schule“. Dies ist eine Tatsache, die die Umstände, in denen diese Menschen leben, klar werden lässt.

Um jedem die Grundbedürfnisse zu sichern, gibt es einige feste „Traditionen“: Falls nötig, werden die Kinder erst einmal in dem Waschraum gebadet bzw. gewaschen. Jedes Kind bekommt bei der Ankunft ein Glas Milch als „Frühstück". Jedes Kind erhält eine warme Mahlzeit gegen 10 Uhr am Morgen. (Häufig die einzige Mahlzeit, die die Kinder am Tag erhalten aufgrund der Armut der eigenen Familie.) Die Schüler dieser Schule können dort nur sein, weil die Schule von Spenden, Kirchensteuern, Sponsoren und Aktionen getragen wird. Auch die genähten und gebastelten Sachen werden als Gegenleistung zu den Spenden genutzt, dafür muss auch immer wieder die Werbetrommel gerührt werden.

Das Arbeitsleben:
…wird am Montag beginnen. Und zwar werden wir von Montag bis Freitag von 07.30 Uhr bis 11.30 Uhr und von 13.30 bis 17.30 Uhr arbeiten. Die Einrichtung war bis jetzt geschlossen, da die Schweinegrippe hier sehr verbreitet war.

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Autorin / Autor: zitronenbuch - Stand: 17. August 2009
 
 

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