Mein Traum: ein international agierendes, dynamisches Team

Interview mit Tuğçe Ҫağlar, Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe

Tuğçe Ҫağlar studiert Wirtschaftsingenieurwesen und engagiert sich im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe. Wir sprachen mit ihr über die Wünsche junger Frauen an die Unternehmenskultur zukünftiger Arbeitgeber.

Tuğçe, wie kam es, dass du Ingenieurin werden wolltest?
Eigentlich wollte ich immer Kinderärztin werden. Ein anderer Beruf kam für mich lange nicht in Frage. Als ich dann aber in der 10. Klasse an einem Berufsfindungsworkshop teilnahm, wurde mir das Studium einer Ingenieurswissenschaft empfohlen. Damals war Mathe mein Lieblingsfach, mit Physik oder Chemie wolllte ich aber eigentlich nichts zu tun haben. Als wir dann im Erdkundeunterricht das Thema "Regenerative Energien" hatten, wurde ich neugierig, recherchierte und fand heraus, dass es einen Studiengang gibt, der genauso heißt. Da ich auf "Nummer sicher" gehen wollte, suchte ich mir einen zweiten Studiengang aus – quasi als Plan B. So kam ich zum Wirtschaftsingenieurwesen. Das war eindeutig die richtige Wahl!

Was hat dich dazu bewegt, dich im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe zu engagieren?
Das Konzept finde ich sehr interessant, genauso wie Ziel und Zweck des Projekts: Der Dialog zwischen Geschäftsleitung, Auszubildenden und Schülerinnen/Studentinnen zur Schaffung einer familien- und frauenfreundlicheren Unternehmenskultur scheint mir der richtige Ansatz und die Basis für einen informativen Austausch und erfolgreiche Ergebnisse zu sein.

Stell dir vor, du bist auf der Jobsuche: Welches sind deine wichtigsten Fragen, die du an ein Unternehmen hast?
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt für mich eine große Rolle. Gleitende Arbeitszeit oder die Möglichkeit, auch mal von zu Hause aus zu arbeiten bringen definitiv Pluspunkte. Ebenso wichtig sind für mich Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

MINTrelation legt den Schwerpunkt auf die (Um-)Gestaltung der Arbeitswelt nach Gender– und Diversity-Gesichtspunkten. Wie sieht in deinen Augen ein Unternehmen aus, das optimal auf die Bedürfnisse von Frauen eingeht und in dem sich eine vielfältige Belegschaft auch mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen wohlfühlt?
Das kann je nach Branche und Tätigkeit natürlich unterschiedlich sein. Generell würde ich jedoch sagen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Bedeutung ist. Vor allem das Thema Karriere mit Kind spielt eine zentrale Rolle. Frauen sollten die selben Aufstiegsmöglichkeiten wie ihre männlichen Kollegen haben – das gilt auch für Mütter. Last but not least das Thema Vergütung. Trotz gleicher Qualifikation erhalten Frauen leider immer noch weniger Gehalt als Männer.

Du hast ja schon ein paar Unternehmen kennengelernt: was hat dich am meisten beeindruckt?
Das Bestreben der Unternehmen, Mädchen und Frauen zu begeistern! Ich bin wirklich positiv überrascht, wie gern es mittlerweile (zumindest von der Geschäftsführung oder Abteilungsleitung) gesehen ist, und wie erfreut man über weibliche Bewerber ist.

Wie sähe dein Traum von einem Team und Unternehmen aus, in dem du jetzt arbeitest – und in dem du in 10 Jahren und in 35 Jahren?
Am liebsten würde ich in ein Unternehmen mit einem international agierenden, dynamischen Team einsteigen. Ein voller Terminkalender und Meetings mit Geschäftspartnern aus aller Welt – eine Arbeitsweise, die fordert als auch fördert und mich an meine eigenen Grenzen (und vielleicht auch darüber hinaus) führt. Innovation, Qualität, Verantwortung, Vertrauen und Nachhaltigkeit sollten zu den Leitsätzen des Unternehmens gehören.

In 10 Jahren möchte ich mehr Verantwortung haben, quasi auf dem Weg zum Höhepunkt meiner Karriere sein.

In 35 Jahren.... In der Technik sind 35 Jahre immens viel. Wer weiß, auf welchem Stand sie dann sein wird? Das beeinflusst mit Sicherheit die Arbeit im Team, im Unternehmen.. Ich werde um die 60 Jahre alt sein. Was will frau mit 60? Einen entspannten Job in einem eingespielten Team oder doch eine neue Herausforderung?! Ich bin selber ganz gespannt  ;-).

Vielen Dank für das Interview!

Autorin / Autor: Tuğçe Ҫağlar/ Redaktion - Stand: Mai 2014
 
 

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