"Firmenflyer sollten Frauen mehr in den Vordergrund stellen"

Interview mit Franka Tischer - Schülerin im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe

Franka Tischer ist Schülerin (13 Jahre) und nimmt am Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe teil. Sie besucht die 8. Klasse der Gesamtschule Aspe in Bad Salzuflen. Ihr Traumberuf ist Zerspanungs- oder Industriemechanikerin. Wir fragten sie nach ihrer Motivation, sich an dem Projekt zu beteiligen und wie ihr Traumarbeitsplatz aussehen sollte.

Was hat dich dazu bewegt, dich im Projekt MINTrelation Zukunftswerkstatt Technikberufe zu engagieren?
Ich habe mich schon immer für das Handwerkliche interessiert, und ich finde, dass man einfach mal was Neues ausprobieren kann. Außerdem ist das Projekt ansprechend, und die Firmen die vorher vorgestellt wurden, sind sehr bekannt. Dazu hört man man viel Gutes über die Betriebe.

Stell dir vor, du bist auf der Job- oder Ausbildungsplatzsuche: Welches sind deine der wichtigsten Fragen, die du an ein Unternehmen hast?
Meine Fragen wären: Wie wird das Unternehmen geleitet? Wird auf einen gesunden Arbeitsplatz geachtet? Wird auf die Umwelt Rücksicht genommen (Müll)? Wie wird gearbeitet (Schichtarbeit)?

MINTrelation legt den Schwerpunkt auf die (Um-)Gestaltung der Arbeitswelt. Wie sieht in deinen Augen ein Unternehmen aus, das optimal auf die Bedürfnisse von Frauen eingeht?
Es müsste darauf geachtet werden, dass die Arbeitsmaterialien gut erreichbar für alle sind. Dass genügend Frauen-Toiletten vorhanden sidn, die gut erreichbar sind. Dass zum Beispiel die Arbeitskleidung mehr an die Figur der Frauen angepasst wird. Und dass Pausenräume etwas frauenfreundlicher gestaltet sind.

Welches sind deiner Meinung nach die Gründe, warum immer noch so wenig Frauen und Mädchen in Technikberufe gehen?
Technik-Berufe sind immer noch nur als Männerberufe bekannt, und viele Mädchen interessieren sich nicht für "Männerberufe". Außerdem kennen die meisten Mädchen diese Berufe nicht und können sich nichts unter den Namen vorstellen. Hinzu kommt, dass man von vielen Seiten hört, dass es körperlich anstrengende Berufe sind, das schreckt viele Mädchen ab. Viele Leute raten deswegen den Mädchen von diesen Berufen ab.

Du hast ja schon ein paar Unternehmen kennengelernt: Was würdest du einem Unternehmen in der Technikbranche raten hinsichtlich der Unternehmenskultur, wenn sie mehr weibliche Mitarbeiter gewinnen wollen?
Die Unternehmen könnten mit den Azubis in die Schulen gehen und dort die verschiedenen Berufe vorstellen. Die Firmen könnten auch Nachmittage anbieten zum Ausprobieren und Testen der Berufe. Und in allen Werbemitteln sollten sie darauf achten, Frauen mehr in den Vordergrund zu rücken.

Wie sähe dein Traum von einem Team und Unternehmen aus, in dem du arbeitest?
Ich würde mir wünschen, dass in ein paar Jahren genau so viele Frauen wie Männer in den Berufen arbeiten. Außerdem würde es mich freuen, wenn die Berufe bei Frauen beliebter werden. Natürlich sollten dann die Frauen in den Berufen auch akzeptiert werden.

Vielen Dank für das Interview!