Die Erfindung des Blitzableiters

Das Wetter - Gesprächsstoff Nummer eins. Dieses Thema haben alle  gemeinsam: es betrifft jede und jeden!

Habt ihr aber schon mal darüber nachgedacht, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ihr vom Blitz getroffen werdet?! Wahrscheinlich habt ihr daran noch keinen Gedanken verschwendet - und dank der bahnbrechenden Erfindung des Blitzableiters braucht ihr euch auch nicht zu sorgen. Höchstens um euren Computer...

Natur - gewaltig!

Die ungeheure Zerstörungskraft der Natur beeindruckte von jeher die Menschheit. In früheren Jahrhunderten konnte man sich nicht erklären, welche Ursache etwa ein Sturm haben könnte. Die Naturgewalt konnte nur von Gottheiten stammen! Und denen war man hilflos ausgeliefert.

Der Zorn der Donnergötter

Für die Hethiter etwa (1800 bis 1200 v. Chr.) war der Wettergott von Hatti einer der mächtigsten Gottheiten. Die Hethiter glaubten daran, dass die gesamte Natur - und auch die Wetterphänomene - belebt ist und beeinflusst wird von nicht erklärbaren Kräften - eben Göttern. Diese Götter mußte man durch Opfergaben besänftigen und für sich einnehmen - nur dann konnte man auf Gnade hoffen!
In der nordischen Mythologie löste der keltische Gott Thor die Himmelsphänomene aus, insbesondere Blitz und Donner. Man glaubte, dass Thor im Himmel gegen die Feinde der Menschen kämpfte und seinen gewaltigen Gewitterhammer schwang. Den Kampfeslärm konnte man bis auf die Erde - in Form von Gewittern - hören. Das Gewitter galt also nicht der Maßregelung des Menschen, sondern es war das Kampfgetöse eines Krieges zu ihrem Schutz.
Bei den Griechen war der Göttervater Zeus der "in der Höhe Donnernde"; die Römer machten Jupiter für die Himmelserscheinungen verantwortlich.
Tatsächlich gab es aber auch im Altertum Theorien zur wissenschaftlichen Erklärung der Phänomene, die sich loslösten von dem Glauben an die Allmacht der Götter und Gewitter. Es soll sogar erste Experimente zum Blitzschutz gegeben haben - dies ist jedoch nicht belegt bzw. verloren gegangenes Wissen.

Blitschutz der Neuzeit

Tausende von Jahren später - die Welt galt immer noch als eine mechanische Welt und die These einiger WissenschaftlerInnen, dass Blitze elektrisch sein könnten, war nicht beweisbar und erntete eher Unverständnis. Der Beweis sollte erst im Jahre 1752 erbracht werden. Und zwar von jemanden, den man eher als Politiker kennt: Benjamin Franklin. Franklin machte ein entscheidendes Experiment, das ebenso einfach wie genial war - und lebensgefährlich! Um in höhere Luftschichten zu gelangen, ließ er während eines Unwetters einen Drachen mit metallener Spitze steigen. Die Schnur war nass geregnet und somit leitend. Franklin berührte mit einem Schlüssel die Schnur - und konnte Funken sprühen lassen. Somit bewies er die Elektrizität des Gewitters und entwickelte einen Blitzschutz. Er war davon überzeugt, dass man den Ladungsunterschied zwischen den hohen Gebäuden auf der Erde und den Gewitterwolken ganz einfach durch eine metallene (und damit leitende) Fahnenstange "einfangen" könnte. Die Spannung müsste dann durch eine Verbindung zur Erde abgeleitet werden.

Ketzerstange

Doch gerade in Europa war die Skepsis groß. Die Bevölkerung befürchtete, durch die "Ketzerstange" würde der Blitz erst "angezogen". Gegen die Allmacht Gottes mit einer Fahnenstange angehen, hieß: Gott nicht zu vertrauen. Das Läuten der Kirchenglocken zum Schutz vor Gewitter war jedoch nicht nur relativ nutzlos - es war sogar außerordentlich gefährlich und führte in nicht wenigen Fällen zum Tod des Glöckners. So setzte sich langsam der Blitzableiter durch - und das Gewitterläuten wurde in einigen Regionen, z.B. in Bayern, verboten.

Und dann wurde der Ableiter cool

In der Folge kam es dann sogar zu einer regelrechten Blitzableitermode: neben unzähligen literarischen Ergüssen wurden sogar Hüte und Schirme mit Blitzableitern entworfen. Dem Himmel sei dank ist kein Fall überliefert, in dem ein Blitz tatsächlich in eine solche Kreation einschlug - es hätte tödliche Folgen gehabt!

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Autorin / Autor: Astrid - Stand: 1. August 2002
 
 
Frau vor Einsen und Nullen
 
 

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