Wer war Einstein??

Der Schöpfer der Relativitätstheorie und ein hochmoralischer Mensch

Jede/r hat schon mal von der Relativitätstheorie gehört. Obwohl man sie vielleicht nicht unbedingt verstanden hat - eines weiß man jedoch: sie hat das Verständnis von Raum, Zeit, Materie und Energie revolutioniert. Sie feiert in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Das und der fünfzigste Todestag ihres Erfinders Albert Einstein ist Anlass genug, das Jahr 2005 als Einsteinjahr auszurufen. Dieser Meinung war jedenfalls die Bundesregierung, die Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur.
Den Mann auf dem Plakat mit den weißen Strubbelhaaren, der seine Zunge raus streckt, während er frech in die Kamera grinst, kennen alle spätestens aus dem Physikunterricht. Doch über sein Leben ist den meisten nicht viel bekannt, außer dass er ein angeblich schlechter Schüler gewesen sein soll, mit genialen Ideen, aber aufmüpfig. Nicht nur das gehört aber zu einem Mythos, der gern um den Physiker gesponnen wird.

Doch wer Einstein eigentlich wirklich?
Er wird am 14. März 1879 als Sohn jüdischer Eltern in Ulm geboren und wächst in München auf. Er ist nicht von Geburt an ein Genie, aber trotzdem ein ungewöhnliches Kind. Als er sprechen lernt - erst mit 3 Jahren -, murmelt er zunächst jeden Satz einmal leise vor sich hin, bevor er sich traut, ihn laut auszusprechen - so zumindest lautet es in vielen Lebensläufen, die über ihn verfasst wurden. Im Alter von fünf Jahren hat Albert Privatunterricht bei einer Hauslehrerin. Nachdem er ihr jähzornig einen Stuhl nachwirft, ist diese Episode schnell wieder vorbei. Ab 1885 besucht er dann eine katholische Volksschule in München und bekommt dort "glänzende Noten". 1888 wechselt er auf das dortige Luitpold-Gymnasium. Es weht ein autoritärer Geist an der Schule, und weil Albert Streit mit einigen Lehrern bekommt, verlässt er im Dezember 1894 das Gymnasium ohne Abitur. Um an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule, der späteren ETH, in Zürich ein Studium absolvieren zu können, muss er im Oktober 1895 eine Aufnahmeprüfung machen. Während seine Prüfungsleistungen in Physik und Mathematik hervorragend sind, reichen seine Ergebnisse in einigen anderen Prüfungsfächern leider gar nicht. Albert fällt durch und geht von 1895 bis 1986 an die Kantonsschule in Aarau, um dort sein Abitur nachzuholen und endlich sein Traumstudium an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule beginnen zu können. Er will Fachlehrer für Mathematik und Physik werden. Schon kurz nach seinem Abschlussexamen im Juli 1900 schickt er seinen ersten wissenschaftlichen Artikel an die „Annalen der Physik“, eine der angesehensten Zeitschriften auf diesem Gebiet.

Hobbyphysiker
Trotzdem ist er zwei Jahre lang auf Jobsuche bis er eine feste Stelle beim Schweizerischen Patentamt in Bern bekommt und dort sieben Jahre arbeitet. Mit seiner Studienkollegin Mileva Maric gründet er eine Familie, zieht zwei Söhne auf und entwickelt gemeinsam mit ihr seine bedeutsamen Überlegungen über den Zusammenhang von Raum, Zeit und Lichtgeschwindigkeit. Dann im Jahre 1905 – in seinem Wunderjahr – hat er seinen wissenschaftlichen Durchbruch. Er ist erst 26, aber er eröffnet mehr Horizonte in der Physik als irgendjemand zuvor. Kurz hintereinander veröffentlicht er fünf Aufsätze, für einen davon erhält er 1921 den Nobelpreis. Nachdem er dann einige Jahre Professor in Zürich und Prag ist, geht er 1914 nach Berlin, das zu dieser Zeit das Zentrum der naturwissenschaftlichen Forschung schlechthin ist. Dort lebt und arbeitet er als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und als Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik.

Der Durchbruch
Weltweit berühmt wird er 1919, als seine „Allgemeine Relativitätstheorie“ durch astronomische Beobachtungen einer britischen Expedition bestätigt wurde. Eine seiner zentralen Thesen ist, dass Licht im Gravitationsfeld der Sonne abgelenkt werde. Diesen minimalen Effekt kann man allerdings nur während einer totalen Sonnenfinsternis beobachten, und die gibt es im Jahr 1919. Kurz nach dem ersten Weltkrieg also hat Deutschland einen (positiv beachteten) internationalen Star, der dem Ansehen Deutschlands gut tut. Einstein geht mit seiner Popularität sehr verantwortungsvoll um und setzt sich aktiv für Zionismus (also die Gründung eines jüdischen Staates), Pazifismus und Demokratie ein. Sogar die Reichsregierung schickt ihn als Botschafter für ein neues demokratisches Deutschland in die Welt. Als die NationalsozialistInnen die Macht übernehmen und ihre antisemitischen Gedanken durchsetzen, flieht Einstein in die USA. Die Nazis diffamieren sein wissenschaftliches Werk als „jüdische Physik“ und enteignen ihn.

Einstein und die Atombombe
Sein Engagement für Frieden, Völkerverständigung und gegen Gewalt jeglicher Art wird durch den Nationalsozialismus auf die Probe gestellt: Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs warnt Einstein den Präsidenten Franklin D. Roosevelt in einem Brief vor einer Bombe neuen Typs, der Atombombe, die man möglicherweise schon in Deutschland herstellen könnte. Dafür fühlt er sich mitverantwortlich, weil seine theoretische Arbeit schließlich auch Grundlage für die Nutzung der Atomenergie und für den Bau der Atombombe war. Auf seine Befürchtung hin kurbelte die US-amerikanische Politik die Forschung auf diesem Gebiet an. Nach dem Krieg – die Atom-Bombe war in Japan zum ersten Mal eingesetzt worden und hatte ihre verheerenden Wirkungen gezeigt – setzt er sich den Rest seines Lebens dafür ein, die Atombombe zu ächten. Am 18. April 1955 starb er im Alter von 76 Jahren in Princeton an inneren Blutungen.

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Autorin / Autor: Rosi Stolz - Stand: 2. Februar 2005
 
 
 

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