Eine neue Erde

Wettbewerbsbeitrag von Paula, 13 Jahre

„Es tut mir sehr leid, Frau Lindner, aber ich kann Ihren Vorschlag nicht annehmen, da ich mich derzeit mit anderen wichtigen Dingen beschäftigen muss“, sagte mein Chef. Ihm ging es immer nur um Geld, nicht um Fortschritte in der Astrophysik oder beim Raketenbau. „Aber Herr Silva unsere Durchschnittstemperatur auf der Erde beträgt 55°. Finden Sie nicht, dass sie viel zu hoch ist? In fünf bis sieben Milliarden Jahren wird die Sonne explodieren, doch wir haben schon im Jahr 2209 so eine starke Hitze. Wir bräuchten in der Forschung wirklich ein paar bessere Maschinen beziehungsweise Geräte, damit wir vielleicht eine neue Erde entdecken, Raumschiffe mit Lichtgeschwindigkeit bauen und endlich von dieser Erde hier wegkommen“, versuchte ich es erneut. „Nein und nochmals Nein! Ich habe keine Zeit mehr für sie. Und noch was: Hören Sie auf, so dermaßen zu übertreiben.“ Er blieb also bei seiner Meinung und umstimmen konnte ich ihn wohl nicht.
Ich ging zurück in mein Arbeitszimmer. Ich musste diesen Planeten unbedingt finden. Unvorstellbar wie wir hier sonst weiterleben würden. Doch es scheint, als würde das niemanden hier interessieren. Ich setzte mich an meinen alten Computer. Vernünftig konnte man damit nicht arbeiten, aber neue bekommen wir nicht. Ich finde es unfair, wie nachlässig unsere Abteilung der Raumforschung behandelt wird. Plötzlich klopfte es an meiner Tür. „Ja herein“ „ Hi Elli, ich wollte fragen, wie das Gespräch mit Herrn Silva ablief?“, fragte Leo. Leo war mein bester Freund. Er war immer auf meiner Seite und wir hatten dasselbe Ziel: eine neue Erde entdecken. Er arbeitete als Raumschiffingenieur in der gleichen Firma wie ich. „Ach, das lief überhaupt nicht gut.“, antwortete ich, „Du weißt ja wie eigensinnig Herr Silva ist. Ihm geht es nur um Geld." Er seufzte: „Aber was wollen wir jetzt tun?“ „Ich denke wir sollten es einfach selbst in die Hand nehmen!“, sagte ich selbstbewusst. „Ich hab da schon einen Plan.“
„Mist!“, rief ich verzweifelt. Ich arbeite jetzt schon seit Stunden, bin aber keinen Schritt weitergekommen. „Lass es mich mal probieren“, sagte Leo. Er schaute konzentriert auf den Computer und tippte ein paar Tasten. „Du hast Recht. Es ist zum Verzweifeln, aber wir können nichts anderes machen als weiter zu hoffen.“ Stunden vergingen, doch wir hatten immer noch kein gutes Ergebnis. „Ich gehe jetzt nach Hause“, verkündete Leo. „Warte noch!“, unterbrach ich ihn, „Ich würde gerne noch einen letzten Versuch starten.“
Zuerst dachte ich es wäre nichts zu finden, doch dann entdeckte ich einen unscheinbaren Planeten in einem weit entferntem Sonnensystem. Er war wie eine Kopie der Erde. „Schnell, schreib dir die Koordinaten auf!“, sagte Leo. „Natürlich“, antwortete ich. Wir konnten es beide einfach nicht fassen. Hatten wir jetzt wirklich eine zweite Erde gefunden?
Am nächsten Morgen ging ich in Leos Büro. Er war schon fleißig daran, eine Skizze für die Rakete zu zeichnen. „Und wie läuft es bei dir?“, fragte ich ihn. „Super! Ich habe schon das perfekte Modell vor meinen Augen!“, antwortete Leo. Zuhause hatte ich mir schon Gedanken gemacht, wie lange wir unterwegs sein würden. Wahrscheinlich zu lange, wenn wir mit normaler Geschwindigkeit reisen. „Ich habe gestern die Formel für Lichtgeschwindigkeit entdeckt. Es hat mich die ganze Nacht gekostet, aber das war es wert“ , sagte ich zu Leo. „Wow , das ist ja fantastisch!“
Wir machten uns an die Arbeit und nach einigen anstrengenden Tagen waren wir mit dem Bau unseres Raumschiffes fertig. „Hast du den Lichtgeschwindigkeitsantrieb schon in das Raumschiff eingebaut?“, fragte ich Leo gespannt. "Nein noch nicht, aber gut, dass du mich dran erinnerst. Kann ich die Formel haben?" Ich gab ihm die Datei und er machte sich gleich an die Arbeit. „Und du denkst auch, dass das funktioniert?“, fragte ich ihn. „Ja, da bin ich mir sehr sicher“, antwortete er.
„Du kannst das Raumschiff schonmal vorbereiten. Ich lege nur noch die Dateien in Herrn Silvas Büro.“, sagte ich. Auf dem Datenträger waren die Koordinaten der zweiten Erde und der Bauplan für das Raumschiff gespeichert. Und nicht zu vergessen: die Formel der Lichtgeschwindigkeit.
„Bist du bereit, Elli?“ „Ja, bin ich!“ So, dann konnte es ja losgehen! Leo startete das Raumschiff. Wir hoben ab und es war ein tolles Gefühl. Schon nach kurzer Zeit sahen wir die Erde nur noch als kleinen blauen Punkt. Der Weg zur zweiten Erde war schon in die Steuerung des Raumschiffes einprogrammiert. Nun musste nur noch der Lichtgeschwindigkeitsantrieb funktionieren. Ich drückte den Knopf und plötzlich rasten wir schneller als das Licht. Unfassbar, dass es wirklich funktioniert!
Wir sahen die Erde. Also die neue Erde. Sie war einfach perfekt! Hier waren keine Städte und keine Menschen. Leo landete das Raumschiff etwas unkontrolliert auf einer großen grünen Wiese. Wir stiegen aus. „Wow, ist das hier schön“, staunte ich, „Und die Temperatur ist so angenehm“, fügte Leo hinzu. Ich hoffe nur, dass Herr Silva endlich einsieht, dass sie von unserer kaputten Erde weg müssen. „Komm wir erkunden mal die Umgebung hier“, sagte Leo.
Leo und ich waren jetzt schon viele Tage hier und haben uns aus Ästen und Blättern ein kleines Haus gebaut. Denn hier gibt es, genau wie auf der Erde, auch schlechtes Wetter.
Eines Tages sahen wir kleine schwarze Punkte am Himmel. Sie wurden immer größer. „Leo! Ich glaube, das sind Raumschiffe, Tausende!“, schrie ich. Eines landete direkt neben uns. Als die Person aus dem Raumschiff ausstieg, stockte mir der Atem. Es war Herr Silva! „Hallo Frau Lindner, ich habe nun eingesehen, dass Sie wohl doch nicht so unrecht hatten. Nachdem ich mir ihre Dateien angesehen hatte, machte ich mich sofort an die Arbeit. Ich scheute keine Mühen und engagierte viele Leute, um diese Raumschiffe zu bauen. Manche vergrößerte ich, sodass wir viele Menschen und Tiere transportieren konnten. Da diese Erde unserer alten ähnelt, werden die Menschen und Tiere sich schnell eingewöhnen. Ich habe zudem noch ein paar wichtige Geräte mitgenommen, dass uns der Bau von Siedlungen nicht allzu schwer fällt.“ Ich war sprachlos, denn das hätte ich nie von ihm erwartet. „Danke Herr Silva. Sie haben wirklich große Arbeit geleistet“, sagte ich. „Ach, nicht der Rede wert. Ohne Sie und ihren Freund Leo hätten wir das alles nicht geschafft! Und dieses Mal werden wir unsere Erde besser behandeln“

Alle Infos

Die Über All Lesung

Lasst euch von sieben der Preisträger:innen des Wettbewerbs Über All in ferne Welten entführen

Die Über All-Preisträger:innen

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für diese spannenden Exkursionen ins All und herzlichen Glückwunsch den Preisträger:innen

Die Über All Jury

Teilnahmebedingungen

Preise - Das gibt es zu gewinnen!

Schirmherrin Dr. Suzanna Randall

EINSENDUNGEN

Autorin / Autor: Paula