"Magischer Ring" schützt beim Einkauf

Fraunhofer FIT entwickelt System, das vor dem Kauf unerwünschter Produkte warnt

Deine Hand will gerade nach den leckeren Schoko-Crunchy-Flakes greifen, doch dein magischer Ring beginnt zu vibrieren. Halt, stehen lassen, Gefahr! Oh, schnell wieder ins Regal mit dem ungesunden Mist, denn den verträgst du nicht, wie "Angel Ring" dir eben spürbar signalisiert hat. Klingt nach Zukunftsmusik, ist es aber nicht.
Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT hat nämlich tatsächlich einen solchen quasi-magischen Ring entwickelt, der VerbraucherInnen zukünftig helfen könnte, den Kauf von Produkten zu verhindern, die sie nicht vertragen oder aufgrund ihrer Inhaltsstoffe oder Herkunft nicht verzehren möchten.

Diese sind auf Produkten oftmals unverständlich, verschleiernd oder sogar irreführend angeben. Häufig werben die Hersteller auch mit Produkteigenschaften, die diese gar nicht haben. Was für die einen nur ärgerlich ist, etwa wenn der angeblich gesunde Joghurtdrink in Wahrheit eine echte Kalorienbombe ist, kann für Allergiker eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung sein. Beispielsweise haben etwa 15 Prozent aller Deutschen eine Laktose-Intoleranz (Milchzucker). Mit Fruktose (Fruchtzucker) haben 30 Prozent der Bevölkerung Probleme. Auch spezielle Diät- oder Ernährungspläne sind häufig Gründe für differenziertes Einkaufen. Nicht zuletzt gibt es noch andere Motive für Verbraucher, bestimmte Produkte zu bevorzugen, etwa regionale Herkunft, Bio-Siegel oder eine Fair-Trade-Kennzeichnung.

Mit dem vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT entwickelten "Angel Ring" könnten diese Probleme bald passé sein. Ein Ring am Finger erkennt das Produkt, sobald es gegriffen wird, und signalisiert durch Vibration, ob es zu den Präferenzen des Benutzers passt. Eine elektronische Anzeige am Regal zeigt weitere Informationen, wie etwa Namen und Preis des Produktes, den Grund einer Warnung und mögliche Alternativprodukte. Technische Voraussetzung ist eine RFID-Kennzeichnung der Produkte, die der Ring auslesen kann. Über WLAN bzw. UMTS erfolgt dann in Bruchteilen von Sekunden ein Datenabgleich zwischen den auf dem Ring gespeicherten Kundenpräferenzen und Produktinhaltsstoffen, die in einer zentralen, öffentlichen Datenbank (z.B. im Internet) hinterlegt sind.

Smartphone Apps sind als interaktive Einkaufshilfe eher unhandlich

"Abgesehen davon, dass sich die RFID-Kennzeichnung von Lebensmitteln aus Kostengründen noch nicht durchgesetzt hat, ist im Grunde alles vorhanden, um ein solches System sofort am Markt zu platzieren.", meint René Reiners, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. Die Inhaltsstoffe von Produkten sind genau bekannt und in verschiedenen öffentlichen Datenbanken hinterlegt. Schon heute sind Smartphone Apps verfügbar, mit denen der Kunde die Barcodes von Produkten fotografieren kann. Über eine Internetverbindung erhält er dann postwendend Informationen zum Produkt. Als interaktive Einkaufshilfe sind solche Lösungen aber vergleichsweise unhandlich und kompliziert.

Solange der Ring lediglich vibriert und einem nicht gleich den Finger abschneidet, sobald man mal seine Vorsätze über Bord werfen und zu einem ungesunden Produkt greifen will, ist der "Angel Ring" doch eine geniale Erfindung, die verhindert, dass ganz aus Versehen, eine echte Mogelpackung in eurem Einkaufswagen landet.

Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 19. Mai 2011
 
 
 

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