Menschenhandel ist Mädchenhandel

Menschenhandel betrifft eigentlich fast nur Mädchen und Frauen

Mädchenhandel ist eine der schlimmsten Formen von Menschenrechtsverletzungen, von Gewalt gegenüber Mädchen, von Kinderarbeit und der modernen Sklaverei. Nach Schätzungen werden weltweit jährlich mehr als 1,2 Millionen Mädchen (und auch Jungen) als Arbeitssklaven, Bettler, Hausdiener oder Prostituierte verkauft. Meistens kommen die Kinder aus armen Familien in Westafrika, Asien, Lateinamerika und neuerdings auch immer öfter aus Osteuropa. Wenn sie als Hausdiener missbraucht werden, müssen sie weit mehr als zehn Stunden täglich arbeiten. Die verkauften Mädchen werden fremden Männern wie eine Ware vorgeführt und oft auch noch weiterverkauft. Viele von ihnen werden gezwungen, sich zu prostituieren - mit einem Minimum an Nahrung und von ihrer Umgebung isoliert.

Ein Produkt der Armut

Mädchenhandel ist - genau wie die Kinderarbeit auch - ein Produkt der Armut. Die meisten Kinder in armen Ländern arbeiten mit Zustimmung der Eltern, weil anders der Lebensunterhalt der Familien nicht zu sichern ist. Die Mädchen sind aber über die "normalen Arbeiten" hinaus noch in einem anderen Sinne gefährdet. In Nepal zum Beispiel geht man davon aus, dass 200.000 Mädchen von organisierten Mädchenhändlern zu einem Preis von 500 bis 1000 Euro an indische Bordelle verkauft werden. Das Strickmuster der Mädchenhändler, um die Mädchen dorthin zu locken, ist immer das gleiche: Sie versprechen ihnen eine lukrative Arbeit oder eine Hochzeit. Häufig verlassen sie dann sogar mit Zustimmung der Eltern ihr Zuhause, weil sie leichtgläubig und arm sind.

Mittlerweile wird entschiedener gegen diese Missstände vorgegangen, die Presse macht immer mehr Fälle bekannt. Hinter vorgehaltener Hand wird sogar über Organhandel gesprochen, bei dem nepalesische Kinder und Jugendliche die Opfer sind. 1998 beschloss auch die Europäische Kommission einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Frauen- und Mädchenhandel. Aber KritikerInnen geht der Katalog nicht weit genug, denn er setzt hauptsächlich auf die Bestrafung der Täter und blendet aus, dass es sich dabei um große "Unternehmen" handelt, die weltweit operieren und dabei die Schere zwischen armen und reichen Ländern ausnutzen.

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Autorin / Autor: Rosi - Stand: 26. November 2002
 
 
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