Umweltschutz beim Essen – zwischen Tofu und Bio

Vegetarismus, Genfood, 100-Meilen-Diät? Wer weiß schon, was sich dahinter verbirgt?

Geht das? Kann das, was wir essen, ein Ausdruck dafür sein, wie wichtig uns die Umwelt ist? Klar, wir haben alle schon davon gehört, dass das Restaurant „zum goldenen M“ nicht das gelbe vom Ei ist – weder für uns noch für den Rest des Planeten (ausgenommen diejenigen, in deren Taschen unser für Fastfood ausgegebenes Geld fließt). Und auch Schlagwörter wie Vegetarismus, Genfood und vielleicht sogar die 100-Meilen-Diät sind uns schon mal begegnet. Nur, wer weiß schon, was sich dahinter verbirgt?

Außerdem fällt es sicher vielen von uns schwer, zu glauben, dass unsere kleinen Alltagsentscheidungen eine große Auswirkung auf die Nahrungsmittelindustrie haben. Warum es trotzdem wichtig ist, dass wir unseren Konsum überdenken, und was hinter den einzelnen Schlagwörtern zum Thema Essen und Umweltschutz steckt, will ich hier mal versuchen, möglichst kompakt zu erklären.

Vegetarismus vs Fleischkonsum

Gerne werden die, die sich entschieden haben, fleischlos zu leben, ja als Tofuesser oder verweichlichte Tierliebhaber belächelt, die bei jedem Steak gleich an Kälbchen mit Kulleraugen denken und sich den Appetit verderben lassen. Dass es ganz abgesehen von der moralischen Frage, ob es uns zusteht, andere Lebewesen für unseren Genuss zu töten, wenn wir uns doch auch anders ernähren könnten, einen ganz praktischen Wert hat, den Fleischkonsum einzuschränken, wird dabei gerne vergessen.

Dabei ist es bei näherem Hinsehen eigentlich ganz logisch, warum auch die Umwelt und das viel zitierte bedrohte Klima von einer solchen Entscheidung profitieren: So eine Kuh (ein Schaf, ein Schwein, …) braucht viele, viele Kilo Futter, um zu der Größe heranzuwachsen, in der sie schließlich geschlachtet wird, um dann zerteilt auf unserem Teller zu landen. Ganz zu schweigen von dem Wasser, das sie trinkt, mit dem vielleicht ihr Stall sauber gehalten wird, der Energie, die ebendiesen Stall beleuchtet oder warm hält, dem Sprit, der verbraucht wird, um sie zum Schlachthof zu bringen.

Ihr seht, worauf ich hinaus will – Fleisch ist, verglichen mit Getreide oder Gemüse, ein furchtbar ineffizientes Nahrungsmittel. Dazu kommt, dass vor allem Rinder (aber auch andere Vierbeiner) bei ihrer Verdauung verhältnismäßig viel Methan produzieren, das noch ein viel stärkeres Treibhausgas ist als CO2. So gesehen ist die Überbevölkerung nicht nur bei Menschen kritisch, sondern auch bei Tieren – aber genau wie bei Menschen gibt es ja die einfache Methode, die Zahl der neuen Geburten zu drosseln.

Wir können dazu beitragen, indem wir weniger Fleisch konsumieren und damit den Herstellern weniger Grund geben, neue Rinder aufzuziehen. Das heißt nun nicht, dass wir alle auf einmal Vegetarier werden müssen. Aber wir sollten doch mal überdenken, wie viele Pfund Fleisch wir eigentlich unnötig konsumieren und ob wir unser Verständnis von Fleisch nicht neu definieren sollten. Handelt es sich dabei nicht eher um ein Genuss- als ein Nahrungsmittel? Tuts nicht auch mal eine vegetarische Mahlzeit, wenn wir dann an einem anderen Tag unseren Braten umso mehr genießen können? Oder lässt sich wenigstens das Rindersteak, für das sage und schreibe 4.590 Liter Wasser durchs System geflossen sind, durch ein in jeder Hinsicht leichteres Geflügel- oder Fischgericht ersetzen?

Es bietet sich an, sich kleinere Schritte vorzunehmen, anstatt ständig zu denken „Vegetarier müsste man halt sein, aber ich würde das nicht durchhalten…“ und sich dann schlecht zu fühlen. Ich habe mich beispielsweise entschlossen, diese Fastenzeit auf den Konsum von Fleischprodukten zu verzichten. Oder, wenn ich im Restaurant bin, aus dem vegetarischen Teil der Karte auszusuchen. Das bringt das gute Gefühl, sich umweltfreundlicher (und übrigens meist kalorienärmer) ernährt zu haben, ohne mit sehnsüchtigem Gesicht dabei sitzen zu müssen, wenn die Familie sich um Omas Sauerbraten schart. :D

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Autorin / Autor: pfefferminztea - Stand: März 2009
 
 

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