Die Träne der Nachtigall

Exposé für einen Thriller von Cinderella

Zusammenfassung:

Ein Mann tötet systematisch junge Frauen aus reichem Hause, auf deren tote Körper er immer eine Nachtigalfeder legt. Die Protagonistin, Tochter eines Polizisten, recherchiert und will den Täter auf die Spur kommen.

Schauplatz und Zeit:

Die Geschichte spielt im Deutschen Kaiserreich im Jahre 1891, zur Adventszeit.

Hauptpersonen:

Henrietta Arendt: Sie ist die Nichte des in den Mordfällen ermittelten Polizisten. Durch ihre Erziehung und der Zeit, in der sie lebt, hat sie als 17-jähriges Mädchen keine Rechte und hat nicht viel zu sagen. In Henrietta treibt allerdings ein rebellischer Keim auf und sie ist entschlossen, auf eigene Faust den Mörder der Frauen zu stellen. Dabei bleibt ihr oft keine andere Möglichkeit, als sich als Junge zu verkleiden, um in ihrer Welt des späten 19. Jahrhunderts nicht unterzugehen.

Jeff Sehn: Ein dunkler, etwas unheimlicher junger Mann, der Henrietta in seinen Bann zieht. Hartnäckig wirbt er um ihre Hand, wobei er sein Herz allerdings seltsam verschlossen vor ihr hält und nichts über seine Herkunft verrät. Er verbirgt ein großes Geheimnis, welches Henrietta nie erfahren darf: Eine der ermordeten Frauen war seine Schwester. Indem er sich Henrietta annähert, hat er die Möglichkeit, seine eigenen Ermittlungen voranzutreiben.

Wilhelm Arendt: Henriettas Onkel ist Polizist und ermittelt in den Serienmorden. Durch seine strenge, aber genaue Art hat er schon viele Verbrecher gefasst, allerdings scheint ihn dieser Fall kaum zu interessieren und er ist seltsam abwesend. Die Erfahrung, seine Frau langsam an einer Krankheit sterben zu sehen, hat ihn gezeichnet und verändert. Allerdings wird dies Henrietta erst am Ende klar, als es fast zu spät ist.

Paul von Weichert: Ein junger Adeliger, der es ebenfalls auf Henrietta abgesehen hat, allerdings in einer etwas anderen Art: Sie soll sein nächstes Opfer werden. Sein verstörtes Verhältnis zu Frauen führt auf seine Kindheit zurück, da seine Mutter als Prostituierte unter dem Namen „Die Nachtigal“ ständig neue Männer mit nach Hause brachte, und schließlich von einem betrunkenen Freier erschlagen wurde.

Textprobe:

Prolog
1. Dezember 1891
Sie war eingesperrt. Wie ein Tier. Wie ein wildes, gefährliches Tier hockte sie in diesem kalten, schutzlosen Käfig, zitternd und vor Angst wie gelähmt. Sie wusste nicht, warum sie hier war, aber spielte das überhaupt eine Rolle? Er würde sie töten, den Grund kannte nur er.
Plötzlich zuckte ihre Nase. Sie roch ihn. Nie, nie hatte sie ihn zu Gesicht bekommen, aber diesen Geruch, ranzig und alt, wie die Menschen in den Gassen, die armen Menschen, hatte sie sich eingeprägt. Er war hier, ganz nah. Ihr Mund wurde trocken, ihre Haut prickelte. Ich bin tot, dachte sie, ich fühle mein Herz nicht mehr, ich muss tot sein. Dieser Gedanke machte ihr keine Angst. Sie würde heute noch sterben, das spürte sie, das wusste sie. Sie würde so sterben, wie all die anderen Frauen. Abschlachten wird er mich, schoss es ihr durch den Kopf. Wie ein Tier wird er mich abschlachten. Nicht einmal in ihrem 18 Jahre langen Leben hatte sie einen Gedanken an den Tod verschwendet. Warum auch? Sie war jung, ihr Vater reich, und ihr Verlobter schön. Ein stockender Seufzer entschlüpfte ihrer Kehle. Nie würde sie heiraten, nie würde sie ihre Hochzeitsnacht erleben…
Der Geruch wurde stärker. Sie konnte kaum noch atmen. Ihr wurde heiß, sie schloss die Augen, bereit für den Augenblick, in dem er sie grob bei den Haaren packen und seine Finger um ihren zarten Hals legen würde.
Sekunden vergingen. Jetzt konnte sie ihn nicht nur riechen, sie hörte ihn auch. Sie hörte seinen Atem, seinen schweren, warmen Atem. Er steht direkt vor mir! Sie spürte seinen Finger an ihrer Wange. Er streichelte ihr Gesicht, jeden Zentimeter, jedes Stückchen freie Haut. Der Finger wanderte nach unten, sanft und zart berührte er ihren Hals. Ihr Körper versteifte sich. Jetzt, dachte sie. Jetzt.
Dann war er weg. Ohne ein Geräusch, ohne ein Wort. Sie hatte seinen Geruch immer noch in der Nase, doch er war weg, ganz sicher. Aber für wie lange? Wie lange würde er sie noch hier lassen, foltern und quälen, bevor er sie endlich erlöste?

Zur Autorin:

Cinderella ist 17 Jahre alt und liebt es zu schreiben. Deswegen möchte sie auch später Journalistin werden.

Autorin / Autor: Cinderella