Dohlen können unsere Gesten deuten

Rabenvogel interpretiert menschliche Blicke

Der Rabenvogel kann Blicke anderer Lebewesen interpretieren und dementsprechend reagieren. Klinkt jetzt nicht unbedingt spannend, ist es bei näherem Hinsehen aber schon.

Denn die meisten Tierarten können nur auf ganz deutliche Gesten ihres Gegenübers reagieren, also eine forsche Kopfbewegung oder Aufplustern. Die Dohle hingegen kann schon am Blick eines Menschen erkennen, ob sie bedroht wird oder nicht.Dies haben Forscher der Universität Oxford herausgefunden.

Wie sie das gemacht haben?
Zehn von Hand aufgezogene Dohlen wurden studiert. Dabei testeten die Wissenschaftler zunächst, wie lange die Dohlen zögerten, Futter von einem fremden Menschen anzunehmen.

Ostern für Dohlen

In einem zweiten Test versteckten die Wissenschaftler das Futter im Raum. So erkannten sie, dass Dohlen den menschlichen Gesten auch folgen können. Denn die Vögel beobachteten in welche Blickrichtung die vertrauten Personen schauten und fanden so das gewünschte Leckerlie.

Ob diese Intelligenz der Vogel angeboren ist, oder vielmehr durch die menschliche Aufzucht beigebracht wird, muss in weiteren Studien noch geklärt werden. Sicher scheint jedoch, dass es sich nicht um einen Verteidigungsinstinkt handelt, da die natürlichen Feinde der Vögel in der Regel Raubvögel sind. Und die bewegen ihren ganzen Kopf anstelle der Augen.

Die Forscher vermuten vielmehr, dass diese Aufmerksamkeit für unsere Augen daher rührt, dass sich menschliche Augen und die der Dohle sehr ähneln. Denn auch die Rabenvögel haben eine Pupille die von einer hellen Iris umgeben ist. Im Gegensatz zu anderen Vögeln, die meist dunkle Knopfaugen haben.

Das Ergebnis

Je aufmerksamer ein Mensch war, umso länger hat es gedauert, bis die Vögel den Leckerbissen an den Futternapf getraut haben. Klartext: Starrte der Mensch auf den Futternapf, hat das die Dohle irritiert. Hat der Mensch woanders hingeschaut, war der Vogel entspannter und ging schneller zum Futternapf.

Anders verhielten sich die Dohlen, wenn sie Futter von Menschen bekamen, die ihnen vertraut waren. Hier hatten die Vögel überhaupt keine Bedenken und schlugen sich direkt den Wanst voll.

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Autorin / Autor: Redaktion / wissenschaft.de - Stand: 3. April 2009