Mathe-Angst statt Mathe-Mut?

Studie: Lehrerinnen geben Schülerinnen eigene Angst weiter

Man sollte ja meinen, dass Mathelehrerinnen für Schülerinnen gute Vorbilder sind, die demonstrieren, dass Mathematik keinesfalls eine männliche Domäne ist. Tatsächlich scheinen aber an Grundschulen Mathelehrerinnen gerade ihren weiblichen Zöglingen eine gehörige Portion Mathe-Angst mit auf den Weg zu geben und das umso stärker, je  unsicherer die Lehrerinnen selbst in dem Fach sind. Das ergab eine Studie an der Universität von Chicago.

Schlechtere Leistungen durch Mathe-Angst

Die WissenschaftlerInnen untersuchten die Matheleistungen von Schulklassen zu Beginn der Grundschule und nach einem Schuljahr, überprüften, inwieweit sich stereotype Ansichten über Mathefähigkeiten bei den Kindern festgesetzt hatten ("Jungs können besser rechnen, Mädchen besser lesen") und setzten das in Beziehung zu der Mathe-Ängstlichkeit der Lehrerin. Wie in Deutschland auch, sind in den USA die meisten Grundschullehrerinnen weiblich und offenbar finden sich unter ihnen ganz besonders viele, die im Studium um das Fach Mathematik einen großen Bogen gemacht haben.

Die Untersuchung zeigte, dass Mädchen, die von einer matheängstlichen Lehrerin unterrichtet wurden, eher zu der Ansicht neigten, dass Mädchen nicht so gut in Mathe sind. Daraufhin zeigten sie dann am Ende des Schuljahrs auch tatsächlich schlechtere Matheleistungen.

Mädchen eher von Matheangst infiziert

Natürlich sind Mathelehrer, die sehr unsicher sind, per se keine besonders guten Lehrer. Allerdings scheint die Unsicherheit der Mathelehrerinnen in erster Linie Mädchen zu infizieren. Jungs bleiben davon eher unberührt.
Die ForscherInnen betonen, dass der negative Effekt von Matheängstlichkeit bei Lehrerinnen zwar signifikant sei, es aber insgesamt dennoch ein schwacher Effekt sei. Ängstliche Mathelehrerinnen in der Grundschule sind also nur ein möglicher Faktor unter vielen, der dazu beiträgt, dass Mädchen meinen, in Mathe nicht gut sein zu können.

Dass Mädchen keine grundätzlich schlechteren Mathe-Fähigkeiten haben als Jungs, wurde in zahlreichen Studien und Erhebungen nachgewiesen. Dennoch hält sich das Stereotyp hartnäckig, so dass ForscherInnen nun versuchen, herauszufinden, an welchem Punkt die eingebildete Matheunfähigkeit Mädchen befällt.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht.

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 28. Januar 2010
 
 
 

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