Bye-bye „Body-Mass-Index“?

Forscher: Auf die Verteilung des Körperfetts kommt es an, nicht auf die Menge

Bisher war der so genannte Body-Mass-Index die Größe, um die Menschheit in „Untergewichtige“, „Normalos“ und „Übergewichtige“ einzuteilen: Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Demnach sind Menschen mit einem BMI über 25 übergewichtig, ein BMI über 30 zeige Fettsucht an. Diese Personen wurden bisher meist als „Risikopatienten“ bezeichnet, was die Gesundheit betrifft. Alles Quatsch, meinen Forscher jetzt, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Maß steht in der Kritik vieler Experten.

„Gutes“ Fett sitzt an Hüften, Po- und Oberschenkeln

"Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", betont Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der BMI kann nämlich etwa nicht zwischen Fett und Muskelmasse unterscheiden.

Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist offenbar entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren. Tatsächlich sprechen Experten wie Dr. Schneider inzwischen von "gutem und bösem Fett." Der Speck um den Bauch - also um die Taille - kann schädliche Fettsäuren abgeben und diverse Botenstoffe in den Körper abgeben, die Entzündungen fördern. Hüft-, Oberschenkel- und Gesäßfett hingegen haben nach jüngsten Erkenntnissen nichts mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu tun und wirken mitunter schützend, wie manche Untersuchungen zeigen. Entsprechend versuchen die Wissenschaftler das ideale Maß zu finden, das die realen Verhältnisse widerspiegelt. In der Diskussion sind das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang (WHtR - waist-to-height-ratio).

Der LMU-Mediziner und seine Kollegen haben in ihre Studie knapp 11.000 Testpersonen einbezogen und zu Beginn für jeden Studienteilnehmer WHR und BMI ermittelt. Dabei wurden für jedes Maß vier Größenordnungen festgelegt. Drei bis acht Jahre lang beobachteten die Forscher dann die gesundheitliche Entwicklung der Probanden. Ergebnis: Ob ein Mensch einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommt oder daran stirbt, lässt sich am besten mit dem WHtR abbilden. "Je höher der WHtR, desto größer das Risiko", erklärt Dr. Schneider. Der BMI hingegen war nicht aussagekräftig. "Es gibt immer mehr Studien, die belegen, dass die Messung des BMI wenig bringt", sagt der Experte des Klinikum Münchens - und hofft darauf, "dass medizinische Fachgesellschaften und WHO ihre Empfehlungen für die Messung des Körperfetts bald ändern."

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 3. März 2010
 
 
 

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