Vom Öki-Glück im FÖJ

Was erwartet einen eigentlich in einem Freiwilligen Ökologischen Jahr? dieLinn hat eins gemacht und erzählt euch Details von Innen-Ökis bis Öki-Glück ;-)

Was ist ein FÖJ?
Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (kurz FÖJ) ist ein Jahr, in dem man sich freiwillig und gegen ein wenig Taschengeld in einer bestimmten Einsatzstelle engagiert. Dabei übt man Tätigkeiten aus, die von Einsatzstelle zu Einsatzstelle unterschiedlich aussehen. Arbeitet man zum Beispiel in einem Freilichtmuseum, ist man überwiegend draußen. Man hilft auf dem Feld beim Einpflanzen und Ernten der Pflanzen, versorgt die Tiere oder bereitet in der Verwaltung neue Thementafeln vor. Bei vielen Einsatzstellen ist das Tätigkeitsprofil ähnlich, denn meistens sind FÖJ'ler auf (Bio-)Bauernhöfen, Museumsgeländen, in Zoos, Nationalparkstationen oder im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus bei der Stadt eingesetzt. Allerdings gibt es auch FÖJ-Stellen, die vorwiegend drinnen sind und liebevoll "Innen-Ökis" genannt werden. Dabei sitzt man zum Beispiel in einem Büro und organisiert Führungen und Kindergeburtstage auf dem Gelände, sitzt an Infopoints, um Gästen etwas zu erklären oder hilft, in Verkaufsstellen der Einsatzstellen, die geernteten Sachen zu verkaufen. Dabei sind die Einsatzstellen und Tätigkeiten so vielfältig, dass für jeden etwas dabei ist.

Neben den normalen Einsatzstelleneinsätzen nimmt jeder FÖJ'ler noch an fünf Themenseminaren teil. Die befassen sich dann jeweils fünf Tage lang mit einem bestimmten Thema, zum Beispiel Wasser, Landwirtschaft, Wald, Nachhaltigkeit und Energie. Auf diesen Seminaren tauscht man sich auch mit anderen Teilnehmern aus, kann Probleme in der Einsatzstelle ansprechen und lernt super viele neue Leute kennen.
Natürlich hat man neben den normalen Tätigkeiten und den Seminaren noch viel, viel mehr Möglichkeiten, sich zu engagieren. Beispielsweise hat jeder FÖJ'ler die Aufgabe, ein Projekt zu starten. Das kann der Bau einer Kräuterschnecke aus Ziegeln sein, die Gründung einer Schüler-AG an einer Schule zum Thema Nachhaltigkeit oder aber die Beteiligung an einem Langzeitprojekt, zum Beispiel das Streichen des Hühnerstalls, den die vorherige Generation gebaut hat.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein 'ÖkiGlück' zu machen. Das 'ÖkiGlück' ist ein einwöchiger Austausch zwischen zwei FÖJlern. Dieser kann unterschiedlich aussehen. Entweder man verbringt zusammen eine Woche in der einen Einsatzstelle und die nächste dann in der anderen, oder man tauscht komplett und arbeitet getrennt voneinander.

Tipps von mir als 'Alt-Öki'

  • Achte genau auf die Wahl deiner Einsatzstelle! Wenn du die Möglichkeit hast, einen Tag auf Probe zu arbeiten, tu es. Und wenn dir etwas auffällt, was dir nicht gefällt (sei es auch nur ein Kollege), überlege genau, ob du damit ein ganzes Jahr lang fertig wirst.
  • Probiere Neues aus! Du hast nur einmal im Leben die Chance ein FÖJ zu machen, und viele Aufgaben und Möglichkeiten dich zu verwirklichen bekommst du nur einmal.
  • Mach ein ÖkiGlück! Einfach um mal aus der routinierten Arbeit rauszukommen, etwas Anderes und Neues kennenzulernen und um vielleicht auch frische Ideen in deine Einsatzstelle zu bringen. Und noch was: Legt die Wochen am besten zusammen. Also arbeitet zu erst zu zweit in der einen und in der folgenden Woche in der anderen Einsatzstelle. Erstens haben eure Chefs und Vorarbeiter dann weniger Stress und zweitens machts zu Zweit einfach viel mehr Spaß ;)
  • Sprich Probleme an! Wenn dir etwas nicht passt oder du unzufrieden bist, rede mit jemandem darüber. Am Besten hörst du dich erstmal unter deinen Kollegen um, du bist bestimmt nicht alleine damit. Und zu zweit oder mehreren könnt ihr euch viel besser an den Chef wenden.
  • Hab keine Angst vor den Seminaren! Sie sind sehr locker gestaltet (nicht wie in der Schule sechs Stunden nur rumsitzen und zuhören) und auch die anderen Teilnehmer sind meistens sehr nett. Und wenn du vor dem ersten Seminar doch ein wenig nervös bist, immer dran denken: Die anderen sind auch neu, kennen noch keinen und sind bestimmt neugierig. Und vor allem habt ihr alle etwas gemeinsam: ihr macht ein FÖJ! Und ihr werdet wohl kaum auf zickige Paris-Hilton-Doubles treffen, die Kartoffeln ernten oder einen Pferdestall ausmisten ;)

Da ich mein FÖJ in Nordrhein-Westfalen beim Landschaftsverband Rheinland gemacht habe, kann ich nur dafür sprechen. Aber soweit ich weiß, ist das FÖJ in jedem Bundesland und unter jedem Träger ähnlich aufgebaut.

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Autorin / Autor: dieLinn - Stand: 16. August 2011