Wie bitte, was?

Studie: Jugendliche finden Politiker-Sprache zu kompliziert

Sprache 6! Wenn Jugendliche PolitikerInnen Noten für ihre Ausrucksweise geben dürften, wären diese wohl versetzungsgefährdet. An Politik interessiert sind die meisten Jugendlichen schon. Doch was die politischen Akteure da von sich geben, verstehen viele nicht. Ihre Sprache ist den jungen Menschen zu kompliziert, zu inhaltsleer. Angesprochen und motiviert, sich zu engagieren, fühlen sich Jugendliche dadurch nicht. Das geht aus der aktuellen Studie „ Sprichst du Politik“ der Friedrich-Ebert-Stiftung hervor. Mehr als 30.000 Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren haben die Forscher per Online-Fragebogen nach ihrer Meinung über die Regierenden befragt haben.

Absichtlich unverständlich?
Das Ergebnis: 81,2 % aller Befragten finden es wichtig, dass sich die Menschen mit Politik auseinandersetzen. Die Bereitschaft zum Mitdenken und Mitmachen ist also vorhanden. Die Umsetzung scheint für die meisten Jugendlichen allerdings gar nicht so einfach. Die Aussage „Es kostet Zeit und Mühe, um sich in den politischen Themen zurechtzufinden“, bejahten 66,2 % aller Befragten.

Fast 60 % sind laut der Studie sogar davon überzeugt, dass Politiker absichtlich eine abgehobene Sprache sprechen, um sich von der normalen Bevölkerung zu distanzieren. Das Vertrauen leidet unter der abgehobenen Ausdrucksweise, den Fremd- und Kunstworten, den Übertreibungen und Beschönigungen. Schülerinnen sind genervt von den Wortspielen der Politiker und empfinden diese als unehrlich, so ein Ergebnis der Studie.

Die Forscher sehen darin ein Dilemma: So haben die Jugendlichen das Gefühl, in der Demokratie gebraucht zu werden, fühlen sich aber überfordert und glauben, dieser Aufgabe nicht gerecht werden zu können. Deshalb die Botschaft an alle Politiker: Bleibt auf dem Teppich und sagt doch einfach, was Sache ist! So, dass wir euch alle verstehen.

Doch auch die Medien kommen bei den jungen Wählern nicht gut weg: 47,2 % derjenigen, die mittlere Schulabschlüsse anstreben, sind der Meinung „Artikel in Zeitungen und Online-Medien sind häufig zu kompliziert“. Sie wollen nicht die politischen Floskeln wieder vorgekaut bekommen, sondern dass ihnen verständlich gemacht wird, was dahinter steckt.

Handlungsbedarf sehen die Jugendliche vor allem in der Schule. Für 74,2 % der Befragten ist dies der wichtigste Ort für die Begegnung mit politischen Themen. Sie wollen laut Studienergebnissen mehr Politikunterricht, sie wollen früher, praxisnaher und neutraler informiert werden.

Lies die vollständige Studie im Netz

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 30. Juni 2011
 
 
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