It`s a boy

Wie ich als deutsche Nicht-Monarchistin dem englischen 'royal baby' verfiel

"It`s a boy“ titelten die englischen Zeitungen gestern und heute morgen und, kein Zweifel, wer gemeint ist: Das frischgeborene Baby von Prinz William und Prinzessin Kate. Noch keinen Tag auf der Welt und schon ist das gesamte Umfeld in einem derartigen Taumel, dass es einen förmlich mitreißt. Und egal, welche politische Couleur jemand besitzt, bei diesen News werden selbst die härtesten Republikaner, Demokraten oder Kommunisten weich. Auch ich muss gestehen, dass, obwohl ich kein Monarchist und erst recht kein Royalist bin, gespannt auf die Nachricht von der Geburt gewartet habe.
Wie schafft es bloß so ein kleiner Wurm, dessen Namen wir noch nicht kennen und von dem wir noch nicht mal ein Foto haben, uns derart zu fesseln, dass der erste Blick morgens in der Zeitung zum Gesellschaftsteil schweift? Selbst die wahrhaftige Märchenhochzeit von William und Kate letztes Jahr hat keine solche globale Begeisterung ausgelöst, nicht die Bilder vom nackten Prinz Harry beim Billardspielen und auch nicht die berüchtigten Oben-ohne-Bilder von Kate im Urlaub. Wie schafft es also erst die Nachricht der Schwangerschaft und dann die Nachricht der Geburt einen solchen Hype auszulösen? Das ganze Commonwealth fieberte mit, und in Groß-Britannien herrscht seit Tagen der Ausnahmezustand. Selbst die Kritiker des monarchistischen Systems schwelgen mit eingefleischten Fans im nationalen Babytaumel. Manche Leute denken, Babys könnten eine Ehe kitten, das royal baby beweist, dass sogar eine ‚Feindversöhnung‘ durch ein Kind möglich ist. Auch viele Deutsche lugen interessiert auf die Nachbarinsel, und manch einer wünscht sich vielleicht einen König mit königlichem Nachwuchs zurück. Nicht alle können diese Ideen verstehen, und ich glaube, dass selbst die Schwärmer des royal baby sich nicht selbst verstehen können.
Das Baby ist mehr als ein Symbol für Liebe, mehr als eine Fleischwerdung des Traums von einem Märchen mit Königen und hübschen Prinzessinnen, mehr als der Beweis, dass Monarchie volksnah und modern im 21. Jahrhundert sein kann. Eigentlich wissen wir gar nicht so genau, warum wir so für das Kind schwärmen und weiter schwärmen werden. Egal ob Brite, Anhänger der Monarchie, amerikanischer Demokrat oder aufgeklärter Deutscher, wir alle lagen uns gemeinsam in den Armen und verfolgten atemlos den Geburts-Countdown.
Vielleicht ist das das Besondere, dass dieses Kind, dieser Junge Menschen vereint. Und selbst wenn nicht, wir erfreuen uns hier in Deutschland unbeschwert und einfach dem Taumel um das neugeborene Baby und können uns später entspannt zurück lehnen, wenn der junge Prinz durch Liebschaften oder fragliche Auftritte auffällt und können diese Probleme den Briten überlassen. Es ist doch wirklich schön, sich um das Baby zu kümmern, aber selber nicht schwanger gewesen zu sein, oder nicht? In diesem Sinne: Long live the royal baby! ;-)

Seid ihr auch im royal- baby-Fieber?
Autorin / Autor: Sarah Ganss - Stand: 23. Juli 2013
 
 
 

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