Hörst du mir eigentlich zu?

Wenn die Beziehung zu deinem Smartphone intensiver wird, als die zu deinen Freunden

Wer kennt es nicht? Du bist mit einer Freundin verabredet, die du schon seit Wochen nicht mehr gesehen hast. In der Zeit ist eine Menge passiert, und du gibst dir alle Mühe, jedes kleinste Detail zu erzählen. Doch mitten in deinem Redeflash bemerkst du etwas, dass dir so ganz und gar nicht gefällt. „Du hast doch jetzt nicht ernsthaft die ganze Zeit auf dein dämliches Smartphone geschaut?“ entfährt es dir, „neee, ich musste nur mal ganz schnell gucken, wie viele likes mein neues Profilfoto hat, und Lea danach kurz whatsappen, wann wir uns morgen treffen… Ich hab dir zugehört! Irgendwas von wegen Urlaub hast du doch eben erzählt!“

Oh nein, sie ist auch infiziert, und merkt es noch nicht einmal. Ich glaube, ich hätte ihr alles per Whatsapp schreiben und mich voll und ganz meinem Essen widmen sollen. Es war schon schlimm genug mitanzusehen, wie Diskussionsrunden schlagartig endeten, weil einer natürlich direkt „googeln“ musste, was denn nun die richtige Antwort sei und nichts mehr hinterfragt wurde. Ob Smartphones die Menschen wirklich klüger machen, bezweifle ich.

Stop Phubbing

Und nicht nur ich, sondern auch der Australier Alex Heigh sieht das so. „Stop Phubbing“ heißt seine Initiative, die dagegen ankämpft, sich mit seinem Smartphone zu beschäftigen, während man sich eigentlich seinem Gegenüber widmen sollte. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Wörtern "phone" und "snubbing". Sie soll die Menschen auf ihr Smartphone-erhalten aufmerksam machen und sie im Umgang mit dem Gerät sensibilisieren. Dem 23-ährigen gelingt es mit seiner lustigen Seite, Situationen und Statistiken des weltweit bekannten Problems des "phubbings" zu visualisieren. So behauptet er beispielsweise, das die Anzahl der "Phubber" in New York City am höchsten sei. Essen ist laut Heigh die in Deutschland Smartphone-abhängigste Stadt. Außerdem kannst du dir Bilder der Seite ausdrucken, an die Wand hängen oder verteilen. Hier kannst du mal sehen, was die sogenannten "Phubber" laut Heigh am häufigsten mit ihren Smartphones anstellen:

  • Status Updates
    Du sitzt in einem Restaurant? Oder bist grade auf einem Konzert? Lass es deine Freunde wissen und mach sie neidisch!
  • Jemandem schreiben, der dich mehr interessiert
    Du denkst, du könntest auch eine bessere Gesellschaft haben? Dann schnapp dir dein Handy, und ignoriere dein Gegenüber!
  • Google Chuck Norris!
    Wer war dieser Chuck Norris nochmal, von dem alle reden? Google es sofort, bevor du es wieder vergisst!
  • Spiele!
    Ob Candy Crush, Fruit Ninja oder Sims. Alles wichtiger, als sich jetzt zu unterhalten. Allen voran musst du doch endlich das nächste Level erreichen...

Fazit

Na gut es stimmt, manchmal ist es wirklich spannender nach Chuck Norris Witzen zu googlen, anstatt sich an langweiligen Gesprächen zu beteiligen. Aber ist es das wirklich wert, wenn du damit riskierst, deinen Freunden das Gefühl zu geben, sie seien dir gleichgültig? Natürlich nicht! Achte doch mal in nächster Zeit darauf, wie oft du an dein Handy gehst, um einfach mal zu checken, was es neues gibt. Zum Schluss kannst du noch testen, ob selbst ein Phubber bist oder nicht.

Ich bin ein echter Phubber, wenn

  • Ich von jedem Gericht ein Foto machen muss
  • Ich das Profilbild jeder meiner 487 Facebook-Freunde kenne
  • Ich Menschen im realen Leben nur noch mit ihrem Facebook-Namen anspreche
  • Ich fünf Mal innerhalb einer Stunde die Uhrzeit auf meinem Handy nachsehen will und dabei jedesmal Whatsapp Nachrichten versende
  • Mein Smartphone einen Namen trägt
  • Ich nachts aufwache, nur um zu sehen, welche Neuigkeiten es gibt
  • Ich nicht mitbekomme, dass ich bereits seit einer Stunde alleine am Tisch sitze

Und vergiss nicht, wenn´s dir schlecht geht, sind es nur deine Familie und Freunde, die dir wirklich zuhören und helfen - nicht dein Smartphone.

Bist du ein Phubber?
  • Phubber - ich? nervensaege4you, 03.09.2013 11:20
    Da ich keine Besitzerin eines Smartphones bin, bleibt es mir erspart, davon loszukommen.
    Ich möchte gezielt auch KEINES haben, damit ich quasi "nicht in Versuchung komme". Abgesehen davon sehe ich keine Notwendigkeit eines Smartphones. Für mich.
    Ich sitze selber schon sehr häufig und lang vor dem Rechner, früher war es noch viel extremer.
    Und ich bin froh, nicht mein ganzes Leben auf Facebook und Co zu teilen.

    Ich bin ein geselliger Mensch, der sein Familienleben mit anderen Menschen gestaltet/gestalten muss, um keinen Koller zu bekommen.
    Und auch meinen Kindern möchte ich gewisse "Benimmregeln" mitgeben, die das soziale Beisammensein im "real life" nicht behindern.

Ein sehr passendes Video zum Thema auf youtube

Autorin / Autor: Roxyt; Bild: Copyright LizzyNet - Stand: 23. August 2013
 
 
 

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