Zwei halbe Vegetarier = ein ganzer Vegetarier

Abgesehen vom Geldspenden, gibt es auch ganz einfache Dinge im Alltag, die ihr gegen das Welthungerproblem unternehmen könnt. DieLinn über das Halbzeitvegetarier-Projekt.

Im Moment ist es in aller Munde: Das Welthungerproblem. Und, ob ihr es glaubt oder nicht, jeder von euch kann helfen, etwas dagegen zu tun! Abgesehen vom Geldspenden, gibt es auch ganz einfache Dinge im Alltag, die verändert werden können. Zum Beispiel könnten wir Vegetarier werden. Du, und du und du und du. Alle, die diesen Text hier lesen. Und eure Familien, Freunde, Freundinnen und Schulkameraden. Nicht nur in Deutschland Österreich und der Schweiz, sondern überall auf der Welt. Stell dir vor, wir werden so viele, dass sich der Fleischverbrauch der Industrieländer (also Deutschland, USA, Frankreich, Irland, Japan, Türkei, Australien usw.) um 10% verringert. Allein durch diese 10% könnten 100 Millionen Menschen zusätzlich ernährt werden! Und denk noch weiter: Wenn alle Menschen Vegetarier wären, könnte (laut des Welternährungsberichts) die weltweite Landwirtschaft insgesamt 12 Milliarden Menschen normal ernähren – das sind doppelt so viele wie es auf der Welt gibt.

Aber ich möchte kein Moralapostel sein. Und, mal ehrlich: Kein Fleisch (dazu zähle ich auch Fisch) zu essen ist leichter gesagt, als getan. Jetzt in der Sommerzeit ein blutiges Steak, oder eine Curry Wurst mit Pommes nach der Schule, morgens Salami aufs Schulbrot und Sonntags einen schönen Braten. Wer möchte das schon missen? Muss man das denn wirklich alles sofort aufgeben? Nein! Ich habe mich mit dem Projekt "Halbzeitvegetarier" auseinandergesetzt. Das Prinzip ist ganz einfach: Zwei halbe Vegetarier gleich ein ganzer Vegetarier. Logisch, oder?! Und das einzige was du brauchst, um mitmachen zu können, ist ein Partner und Motivation, deinen inneren Schweinehund zu besiegen.

So startet ihr
Im Grunde ist alles ganz einfach: Als erstes suchst du dir einen Partner. Das kann jeder sein: deine beste Freundin, mit der du schon oft über Fleischkonsum gesprochen hast, dein Dad, der am liebsten jeden Tag Chickenwings essen würde oder deine Nachbarin, weil sie bestimmt Lust auf sowas hat. Als nächstes sprichst du mit deinem Partner über das Projekt. Stellt euch Fragen wie "Was sind schlagende Argumente, den Konsum von Fleisch und Fisch zu reduzieren?", "Woran hängt ihr besonders?" und "Worauf könnt ihr euch am ehesten vorstellen, zu verzichten?" Dann beobachtet euer Essverhalten. Achtet ein paar Tage lang darauf, wie viel Fleisch ihr wirklich zu euch nehmt und bestimmt so den wöchentlichen Durchschnittswert eures Konsums. Und dabei wird nicht gefudelt, ein Schnitzel gilt genauso als Fleischkonsum wie die Bulette auf dem Hamburger und die Speckwürfel im Nudelauflauf. Nachdem ihr einen Durchschnittswert ermittelt habt, vergleicht ihr diesen mit eurem Partner. Wenn eure Werte ähnlich sind, addiert sie zusammen und teilt sie durch 4 um euren Projektwert zu erhalten. Zum Beispiel: Partner A isst 7x Fleisch, Partner B 5x. 7+5=12 12/4=3, also ist der Projektwert 3. Jeder nimmt also im Laufe des Projektes nur noch drei Mahlzeiten zu sich, die mit Fleisch zubereitet sind. Falls eure Werte zu sehr voneinander abweichen, macht es mehr Sinn, getrennte Projektwerte zu ermitteln. Dazu teilt ihr einfach euren jeweiligen Durchschnittswert durch 2.

Vegetarier auf Probe
Jetzt steht eurer Probewoche nichts mehr im Wege! Sucht im Internet nach vegetarischen Rezepten oder lasst eurer Fantasie freien Lauf und entwickelt ganz neue Ideen. Als kleine Hilfe und um den Überblick zu behalten, könnt ihr den Halbzeitvegetarier-Wochenplan benutzen (den Link dazu findest du am Ende der Seite). Nach Ablauf der Woche trefft ihr euch und tauscht eure Erfahrungen aus. Denkt darüber nach, ob es euch sehr schwer gefallen ist, auf Fleisch zu verzichten, wie gut es euch gelungen ist, ob ihr schwach geworden seid und was euch am besten geschmeckt hat. Und dann könnt ihr weiter schauen. Wollt ihr das Projekt mit den gleichen Werten fortsetzen? Oder direkt schon einen Wert runtergehen? Euch sind keine Grenzen gesetzt!

Zu der Projekt-Website
Ich habe mich sehr gründlich auf halbzeitvegetariert.de umgeschaut, und ich muss sagen: Super! Man findet dort alles, was man braucht. Eine detaillierte Anleitung für Neulinge, Rezepte von Website-Besuchern, Empfehlungen für verschiedene Kochbücher, Erfahrungsfilmchen von Projektpartnern und sogar einige Wochenpläne von Teilnehmern sind darauf zu finden. Zusätzlich gibt es ab und zu kleine Gewinnspiele und einen Feedback-Bogen, den man freiwillig ausfüllen und seine Meinung und Erfahrungen kundtun kann.

Alles in allem finde ich das Halbzeitvegetarier-Projekt große klasse. Die Idee dahinter ist so simpel und es ist kinderleicht einzusteigen, und genau das gefällt mir. Ich hoffe sehr, dass noch mehr Leute darauf aufmerksam werden, sich mit dem Thema Fleischkonsum beschäftigen und sich von dem Charme des Projektes und der Website-Gestaltung einfangen lassen.

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Autorin / Autor: dieLinn; - Stand: 1. August 2011