Ein leises Piepen

Einsendung zum Wettbewerb "Schreiben mit allen Sinnen" von Angelina, 12 Jahre

Ich beobachtete hinter der Fensterscheibe die Bäume, wie sie hin und her wankten und ihre Blätter verloren. Der Sturm wurde stärker. Regen setzte ein.
„Die Wäsche!“, schrie Mama und rannte nach draußen. Ich folgte ihr. Wir zogen die Kleidungsstücke von der Leine. Mit vollen Armen lief ich zurück zum Haus. Als mir ein blauer Schal hinunter fiel,  bückte ich mich nach ihm. Mir war, als hörte ich ein leises Piepen. Ich schaute in unseren Pool. Unten auf dem harten Steinboden saß ein kleiner Vogel, der ängstlich zwitscherte. Ich schaute mich um. Etwas entfernt lag ein Nest. Es musste aus der hohen Kiefer gefallen sein. Der kleine Vogel konnte noch nicht fliegen und lag nun am Boden unseres Pools. Ich war froh, dass wir ihn noch nicht mit Wasser gefüllt hatten, sonst wäre er wohl ertrunken. Schnell sammelte ich einige Blätter auf und warf sie achtsam als Häufchen in den Pool, in der Hoffnung, sie würden den Vogel wärmen und vor den Katzen schützen. Rasch brachte ich die Wäsche ins Haus. Bevor ich wieder hinausging, sah ich durch das Fenster, wie die Eltern des Vogels mit Würmer im Schnabel angeflogen kamen und bald darauf alle drei zusammen Richtung Wald flogen. Ich lächelte zufrieden.

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Autorin / Autor: Angelina, 12 Jahre