Briefbücher

Das Tagebuch für zwei

In letzter Zeit scheint es immer beliebter zu werden: Das Briefbuchschreiben. Beste Freundinnen schnappen sich ein leeres Notizbuch (oder ein Heft oder eine Mappe... Hauptsache man kann darin schreiben und es ist austauschbar) und benutzen es wie eine Art Tagebuch – nur eben zu zweit.



Aber wozu, wenn man doch reden kann?
Gute Frage... Die habe ich mir auch immer gestellt. Das Briefbuch erfüllt seinen Sinn nicht, wenn man nur dummes Zeug reinschreibt oder Dinge wie: „Können wir uns heute treffen?“ Ebenso wirkt es unsinnig, wenn man neben der Freundin, die dir das Buch gerade überreicht hat, direkt anfängt darin zu lesen.
Ein Briefbuch ist vielmehr ein Geheimnisträger, ein Bewahrer gemeinsamer Erinnerungen, eine Hilfe für schwierige Auseinandersetzungen.

Ein Tagebuch, das antwortet
Ich hoffe man versteht, worauf ich hinaus will. Ein Briefbuch erfüllt seinen Sinn und wird zu etwas ganz Besonderem, wenn man weiß, wozu es da ist. Habt ihr Stress mit euren Eltern, aber es fällt euch schwer mit jemandem darüber zu reden, während man sich in die Augen sieht? Schreibt es auf, ihr werdet sehen, dass ein Briefbuch ein Tagebuch ist, das antwortet. Ein Briefbuch wird keinesfalls Gespräche und Treffen ersetzen, es wird nur noch mehr als gemeinsames Medium verbinden.

Eine Erinnerung
Stellt euch mal vor, dass ihr nach einem Jahr ein Briefbuch vollgeschrieben, vollbeklebt, vollendet habt und nun blättert ihr zurück. Ihr werdet überschwemmt von Erinnerungen: „Ach ja, für den Typen hatte ich damals geschwärmt!“ oder „Ja, das war echt lustig auf der Party!“, aber auch „Danke schön, dass du mir da rausgeholfen hast!“
Und nun denkt mal ein paar Jahre weiter, denn man hängt an einem Briefbuch und wirft es nicht achtlos weg, wenn es voll ist: Vielleicht ist es eines dieser Treffen, das nur alle paar Jahre stattfindet. Ihr seht eure alte Freundin endlich mal wieder und kramt die früheren Briefbücher aus. Ich wette, ihr werdet lachen, weinen, aber vor allem werdet ihr es gemeinsam tun, denn ein Briefbuch erinnert an gemeinsame Zeiten und wird selbst zu einer Erinnerung, die verbindet.

Probiert’s aus
Ein Briefbuch könnt ihr nach Belieben beschreiben, bekleben, verschönern, mit allem, was euch in die Hände fällt. Achtet darauf, dass ihr es nicht Wochen lang in der Ecke rumliegen habt, sondern dass es auch zu einem gemeinsamen Tagebuch wird.
Wer es selbst noch nicht versucht hat, kann sich ja mal seine beste Freundin (oder auch Freundinnen) schnappen und ihr ein Briefbuch vorschlagen. Ihr werdet sehen, wie schnell sich die Seiten füllen!

Autorin / Autor: s7illwat3r - Stand: 13. Juli 2006