Engagement mit tollem Nebeneffekt

doyoumind erzählt von ihren positiven Erfahrungen in der Pfarrjugend

Seitdem ich 8 Jahre alt bin, gehöre ich zu den Messdienern in unserer Gemeinde. Da es bei uns aber in den letzten Jahren immer weniger Veranstaltungen für Jugendliche und vor allem für Messdiener gab (Weihnachtsfeier und das war’s dann) und ich vor ca. einem halben Jahr gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, mich in der Jugendarbeit zu engagieren, gehöre ich nun seit ein paar Monaten auch zum Team und helfe (mal mehr, mal weniger) mit, verschiedene Veranstaltungen für und von der Pfarrjugend zu organisieren. Zum Team gehört der Kaplan unserer Gemeinde sowie Jugendliche und jüngere Erwachsene, die z.T. Messdiener sind bzw. waren oder einfach Lust haben, sich zu engagieren.

Nicht nur Kirchliches

Wer jetzt denkt, wir beschäftigen uns nur mit der Kirche, der liegt falsch. Klar, wir organisieren auch mal einen Jugendgottesdienst oder eine Messdienerübernachtung mit Gottesdienstbesuch, aber wir fahren z.B. auch mit den Messdienern und anderen Kindern und Jugendlichen in einen Freizeitpark und im Sommer für eine Woche ins Lager. Es ist natürlich schon Arbeit, alles zu organisieren und zu planen, vor allem, weil ja nicht alle, so wie ich, noch zur Schule gehen und regelmäßig Zeit haben, sondern arbeiten müssen und teilweise auch weiter entfernt wohnen. Dann muss man die anfallenden Aufgaben so verteilen, dass jeder seinen Teil bewältigen kann. Zu dem Aufgaben gehört z.B. das Einkaufen. Das geht allerdings öfter mal schief, wenn zu viel oder zu wenig gekauft wird oder etwas vergessen wird. Aber bisher haben wir noch alles gemeistert ;-).

Meine Lieblingsaktion
Bisher ist mir eine Aktion besonders im Gedächtnis geblieben: Unsere Plätzchenbackaktion kurz vor Weihnachten! Wir haben uns im Pfarrheim getroffen und zusammen Plätzchen gebacken, die wir hinterher (zwischen 00.00 und 1.00 Uhr) im Dorf verteilt haben. Dazu wurden auch ehemalige Mitglieder des Ausschusses eingeladen, die auf Grund ihres Berufes, weil sie z.B. zu weit weg gezogen sind oder einfach keine Zeit mehr hatten, austreten mussten, sich aber gerne an diese Zeit erinnern. Zu Weihnachten kommen viele von ihnen nach Hause zu ihren Familien und haben gerne bei uns vorbeigeschaut und uns geholfen. Das waren diejenigen, die Leiter waren, als ich gerade Messdiener geworden war oder auch schon vorher bei anderen Veranstaltungen dabei waren. Man freut sich dann natürlich besonders, wenn man diese Personen mal wieder trifft und sich mit ihnen unterhalten kann, was ja sonst nicht unbedingt so möglich ist. Auch wenn man sie vielleicht sogar mehrere Jahre nicht mehr gesehen hat, hat man doch viele gemeinsame Erinnerungen an frühere Zeiten.

Viele neue Kontakte
Aber nicht nur das ist toll. Ein weiterer toller Nebeneffekt ist, dass man auch neue Leute kennen lernt, die man vorher nicht kannte, weil sie einfach zu viel älter waren. Man hat sie zwar, wenn sie Messdiener waren, auch vorher schon mal getroffen, aber dabei hat man sich doch eher mit denen aus der eigenen Alterklasse unterhalten. Der Alterunterschied war damals einfach zu groß, das ändert sich aber mit der Zeit. So ist es z.B. plötzlich gar nicht mehr so unnormal, Freunde zu haben, die drei, vier Jahre älter sind als man selbst. Früher war das eher abwegig, da sich die älteren in dem Alter für ganz andere Sachen interessierten.

Engagier' dich auch!
Das ist nur ein ziemlich kleiner Einblick in die Jugendarbeit, aber mir macht es (noch) Spaß und ich kann jedem, der die Möglichkeit dazu hat und der Kirche nicht ganz abgeneigt gegenübersteht, nur empfehlen, sich einzusetzen und mitzuarbeiten. Denn schließlich freuen sich die Kinder auch, wenn man etwas mit ihnen macht.

Autorin / Autor: doyoumind - Stand: 22. Februar 2007