Zwischen Baileys und Blues – Amy Winehouse

Cocktail aus Whisky, Koks und Heroin

Im Mai heiratet die Sängerin in einer Blitz-Aktion überraschend ihren Nicht-mehr-Ex Blake Fiedler-Civil – Selbiger hatte sie noch vor kaum zwei Jahren auf harsche Weise sitzen gelassen und so zu „Back to Black“ inspiriert. Damit beginnt für das Pärchen eine Art makabre Reality-Soap-Opera: ein Strudel aus Rauschgift-, Alkohol- und Gewaltexzessen.

Amys Gewicht, mit welchem sie schon immer auf Kriegsfuß gewesen war, fällt ins Bodenlose; bei einem Interview mit einer US-Zeitschrift ritzt sie sich vor den Augen des bestürzten Journalisten mit einer Glasscherbe den Namen des Gatten in den Bauch.

Anfang August 2007 fällt die Sängerin kurzzeitig ins Koma, nachdem sie auf einer Spritztour durch Londoner Bars (nach eigener Angabe) Whisky, Wodka, Kokain, Heroin, Ecstasy und Ketamin zu sich genommen hat. “One of the most terrifying moments of my life; I just don't know what got into me”, gesteht der Star später im Interview. Nach dieser Aktion erklärt sie sich endlich bereit, einen Entzug zu machen – allerdings nur, um die Reha-Klinik fünf Tage später wieder zu verlassen, angeblich auf Druck ihres Ehemannes.

Und als wäre all das noch nicht genug, prangen einem – gerade zwei Wochen nach Amys Absturz –  aus den britischen tabloids Fotos des zerkratzten und zerschlagenen, streitenden Ehepaares Winehouse/Fiedler-Civil entgegen.

Rückendeckung von Kollegen
Dennoch äußerten sich zahlreiche namhafte Musiker hoffnungsvoll, bisweilen auch zuversichtlich zu der Lage der Kollegin, wobei sie einstimmig deren Talent unterstrichen. Und tatsächlich wurde es nach August ’07 ruhiger um Amy und ihren Mann. Zuletzt trat die Sängerin ihre Europatournee an, um sich endlich wieder dem zuzuwenden, was vor den Exzessen und Eskapaden ihr Leben und Streben ausgemacht hatte: der Musik.

Es wäre schön, wenn sie es schaffen würde, ihre (Drogen)Probleme auf eigene Faust zu lösen – oder zumindest, ihre Einstellung zu einem „Rehab“-Aufenthalt zu überdenken.

Denn so schön rebellisch das „No, no, no!“ in einem Songtext auch klingen mag, so sehr birgt es doch im wahren Leben die Gefahr, dass der Name „Amy Winehouse“ – wie schon der von Pete Doherty – zum Synonym für all die talentierten Jungstars wird, die sich von Alkohol und (sonstigen) Drogen zugrunde richten ließen.