Angst vor der Zukunft

Amparo fühlt sich mit 18 wie 80 und all ihrer Träume beraubt.

„Nach dem du 30 bist, macht es keinen Sinn noch an eine Journalisten-Schule zu gehen“. Das sagte ein Vertreter einer Firma in einem Vortrag zu Thema Wege in den Journalismus. Ich bin zu dem Medien Fest in Köln gegangen, um mich zu informieren, damit meine Angst vor der Zukunft ein wenig kleiner wird. Doch wenn ich ehrlich bin, ist es in die entgegengesetzte Richtung ausgeschlagen. Ich bin 18 und in der 10 Klasse. Nicht etwa, weil ich sitzen geblieben bin, sondern weil ich von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt bin. Ich habe mich nie beschwert, ich habe immer das Richtige getan, ich habe immer versucht, eine gute Schülerin zu sein. Und ich war auch immer gut in dem, was ich getan hab. Und nach 11 Jahren Schullaufbahn bemerke ich, trotz Komplikationen und der Arbeit, die ich überall reingesteckt habe, dass ich nach meinem Abi im Durchschnitt 2 Jahre älter bin als alle anderen meines Jahrgangs. G8 hat vielen Schülern ein Jahr weggenommen nun mir hat es eins draufgesetzt. Ist das richtig? Für mich auf jeden Fall nicht. Den nachdem ich schon kein Auslandsjahr machen konnte, kann ich nun nach dem Abi keine Rundreise machen oder ein Jahr Work and Travel. Ich bin dann 20 Jahre alt und kann dann anfangen zu studieren, damit ich im Alter von 24 mein Studium abgeschlossen habe. Dann sollte ich noch 2 Jahre eine Journalisten-Schule besuchen, dann bin ich 26. Mit 26 hat meine Mutter ein Kind bekommen. Ich hatte mir mein Leben anders vorgestellt. Mit mehr Perspektive. Doch nun bemerke ich, dass ich 18 Jahre bin und mich wie 80 fühle. Ich war immer gut. Ich war immer „brav“. Und doch bin ich ganz hinten in der Schlange. Wo bleibt da die Fairness? Wieso passiert das mir? Wieso passiert das uns?

Wer von euch kennt „I dreamed a dream“ aus Les Miserables? Fantine erzählt in diesem Lied ihre tragische Geschichte (wer das Musical noch nicht kennt sollte es sich anschauen oder den Film, beides empfehlenswert). Der Song endet mit den Worten „Now Life has killed the Dream I dreamed“.  Wer hätte gedacht, dass eines Tages Jugendliche diesen Satz verstehen? Wer hätte gedacht, dass wir uns damit identifizieren? Fantine hatte Recht, das reale Leben sorgt dafür, dass unsere Träume am Boden zerschellen. Heute ist der Tag, an dem ich nicht mehr träume. Ich hoffe nur, ich finde wieder den Mut zu träumen.

Sehr ihr eure Zukunft auch so pessimistisch?
  • allet wird jut missanthrop, 01.10.2013 20:06
    Hey,
    ich kann deine Gefühle gut nachempfinden.
    Habe das gleiche Problem in extremerer Ausprägung:
    Habe wegen psychischer Probleme etliche Jahre verloren. Jetzt bin ich 25 und alles was ich habe ist ein Hauptschulabschluss und eine angefangene Ausbildung.
    Mir ist klar, dass das eine unschöne Ausgangssituation ist, um noch große Träume zu haben, aber ich lasse mir meine Träume von der Realität nicht kaputt machen. Ich versuche immernoch, soviel wie möglich von dem nachzuholen, was ich früher verpasst habe. Nach der Ausbildung will ich das Abitur nachholen und studieren.
    Schlimmstenfalls bin ich dann halt doppelt so alt wie meine Komillitonen und habs im Job etwas schwerer. Na und?
    Wenn ich dafür später wirklich in meinem Traumjob arbeiten kann, spielt das doch alles keine Rolle.
Autorin / Autor: Amparo ;
 
 
 

Anzeige

Frau mit Tablet, das Lehrer Online zeigt
 

Anzeige

Gruppe Azubis
  • Ausbildung 2019
    Neuer Arbeitsplatz, neue Leute, neue Abläufe, viele neue Regeln. Mit diesen Tipps zum Ausbildungsstart kann nichts schief gehen.. Anzeige
 

Anzeige

MS Wissenschaft
 

Anzeige

 

Musik-Kritiken

 
Ausgepackt
 

Rezensionen schreiben

 

LizzyNet-App

 

Rezensionen

weiße Bücher mit der Aufschrift Rezenionsen
  • Rezensionen
    Buch-, Musik und Filmtipps von und für Mädchen!
 

Informier dich!

 

Kontakt

 

Vernetz dich mit uns