Online helfen

Anika berät Jugendliche bei Problemen mit Essen, Shoppen und Mediennutzung per Mail

Anika ist Onlineberaterin beim Jugendberatungsportal www.HelferLine.info der Drogenberatungsstelle Hannover, einer Einrichtung, die von der STEP gGmbH geführt wird. Das Besondere daran ist, dass hier nicht Erwachsene, sondern junge Menschen andere junge Menschen bei Problemen mit Essen, Shoppen und Mediennutzung beraten. Wir sprachen mit Anika über Hilfe, die man online geben kann.

Wie sind Sie darauf gekommen, Online-Beraterin zu werden? Und wie lange machen Sie das schon?

Ich habe bereits vor Beginn der Arbeit als Beraterin, bei dem Jugendverband als Betreuerin ehrenamtlich gearbeitet. Durch den Jugendverband wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Suchtberatung für Jugendliche entstehen soll. Da mir die Idee sehr gut gefallen hat und ich daran interessiert bin Jugendlichen zu helfen, entschied ich mich als Beraterin bei der HelferLine anzufangen. Ich bin von Anfang an dabei gewesen. Das heißt, ich habe zusammen mit den Jungen Humanisten, der Drobs und zwei weiteren Beraterinnen in meinem Alter das Konzept und die Homepage für unsere Suchtberatung erarbeitet. Angefangen haben wir vor ca. 2 Jahren und seit knapp einem Jahr sind wir nun online.

Das Beratungsportal

Welche Jugendliche (Alter, Herkunft, Geschlecht) melden sich bei Ihnen?

Das ist schwierig zu sagen, da unsere Beratung anonym verläuft sind die Jugendlichen nicht gezwungen Name, Alter und Herkunft preis zu geben. Allerdings kann man schon sagen, dass wir sowohl von Jungen als auch von Mädchen Anfragen bekommen.

Haben Sie den Eindruck, dass sich die Probleme von Jungen und Mädchen unterscheiden? Wenn ja inwiefern?

In gewisser Weise unterscheiden sich die Probleme schon. Deutlich wird das gerade bei dem Thema Essstörung. Wir bekommen zu diesem Thema hauptsächlich von Mädchen Anfragen, die sie direkt betreffen. Bei den Jungen bezieht sich das dann meistens auf eine Freundin von der sie wissen, dass diese unter einer Essstörung leidet. Anders herum ist es so, dass wir vornehmlich von Jungen Fragen zum Thema Medienkonsum haben, wo sie selbst die Betroffenen sind. Bekommen wir von einem Mädchen zu diesem Thema eine Mail, wollen sie meistens wissen, wie sie einem Freund helfen können.

Mit welchen Problemen wenden sich Jugendliche an Sie?

Natürlich melden sich die Jugendlichen hauptsächlich zu den Themen, die wir als Schwerpunkt gesetzt haben. Das sind Essstörungen, Mediensucht und zwanghaftes Kaufen. Allerdings haben wir auch schon bei anderen Themen, wie Misshandlung von Mädchen oder Konflikte mit Eltern, beraten.

Wie beraten Sie? Per Chat, per Mail oder telefonisch?

Unser Schwerpunkt liegt auf der Beratung per Mail. Es gibt zwar die Möglichkeit, mit uns auch über einen Chat in Kontakt zu treten, jedoch wollen wir diesen erst nutzen, wenn wir merken, dass ein regelmäßiges Gespräch mit dem Jugendlichen notwendig ist. Die E-Mail ermöglicht es uns, genauer auf die Fragen und Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen. Wir als Berater haben mehr Zeit uns zu überlegen, wie wir bestimmte Sachen am Besten formulieren.

Haben Sie einen Überblick darüber, ob die Beratung hilft? Kommen die Jugendlichen wieder?

Ich denke schon, dass unsere Beratung hilft. Mit einigen Jugendlichen haben wir auch öfters E-Mails geschrieben, bei Anderen war es nicht nötig. Häufig müssen Jugendliche auch einfach nur mal alles loswerden, was sie belastet. Da hilft es dann schon, wenn man von einer unbekannten Person ein paar unterstützende Worte als Antwort zurückbekommt. Viele wollen einfach nur das Gefühl haben, dass ihnen jemand zuhört und sich mit ihrem Problem befasst.

Wie machen Sie die Online-Beratung bekannt?

Wir versuchen viel durch Postkartenaktionen und Verlinkungen auf Webseiten auf uns aufmerksam zu machen. Für die nächste Zeit ist es geplant auch in Straßenbahnen für uns Werbung zu machen. Natürlich sind wir auch bei facebook und google+ vertreten.

Gibt es eine Art Supervision für die JugendberaterInnen?

Wir als BeraterInnen haben vor Beginn der Beratung verschiedene Seminare und Fortbildungen gehabt. Durch diese wurden wir bereits vorab auf die Onlineberatung vorbereitet. Zudem werden wir von Mitarbeitern der Drobs Hannover und einem Mitarbeiter der Jungen Humanisten betreut, mit denen wir immer über Anfragen sprechen können und die unsere Antworten noch einmal lesen, bevor sie dann an den Jugendlichen geschickt werden.

Zum Schluss: Was macht Ihnen an der Arbeit Spaß und was nicht so sehr?

Es freut mich immer wieder, wenn man einem Jugendlichen helfen konnte, sein Problem zu bewältigen oder ihm wenigstens Tipps geben konnte. Es ist schön, dass unsere Beratung von Jugendlichen angenommen wird, dennoch wünscht man sich natürlich, dass sie nicht so häufig genutzt werden muss.

Vielen Dank für das Interview!

Autorin / Autor: Redaktion/ Interview; Bild: Anika - Stand: 30. Oktober 2012
 
 
 

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