Moderne Züchtungsmethoden und gentechnische Verfahren
An der Gesamtschule in Rheinbach beschäftigte sich der Leistungskurs Biologie Anfang 2026 mit Gentechnik als Lösung aktueller Ernährungsprobleme
Der Klimawandel wird ohne Zweifel Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion haben. Viele neuartige Verfahren werden bereits jetzt angewendet, um unsere Lebensmittel zukunftssicher und nachhaltiger anzubauen, darunter Hydroponik, Indoor farming, Urban farming und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft. Dazu gehört auch, dass durch Züchtungen und gezielte Kreuzungen bestimmte Eigenschaften von Pflanzen manipuliert weden, damit sie sich unter anderem besser an bestimmte Umwelteinflüsse anpassen können.
Gentechnische Verfahren wie die "Moderne Gentechnik" werden in Fachkreisen als ein weiterer Schritt in dieser Entwicklung angesehen. Die Frage ist demnach nicht, ob Pflanzen genetisch verändert werden, sondern wie. Viele Menschen haben gleichzeitig eine große Abneigung gegen "Gentechnik", besonders in Zusammenhang mit dem Thema Ernährung.
In einem dreiteiligen Workshop gingen die Schüler:innen der Gesamtschule Rheinbach unter der Leitung der angehenden Lehrerin Lisa Wilhelmy den "Pro&Contra-Gentechnik-Argumenten" und der aufgeheizten gesellschaftlichen Debatte auf den Grund und schauten sich unterschiedliche gesellschaftliche Positionen anhand von Originalquellen an. Mithilfe der seriösen Quellen wurde dann ein Instagram-Video bewertet, indem ein Influencer gegen die Neue Gentechnik argumentiert und Unterschriften sammelt, um ein Gesetzesvorhaben der EU zu verhindern, dass einfache genom-editierte Pflanzen künftig herkömmlichen weitgehend gleichstellt. Sie sind etwa von besonderen Kennzeichnungspflichten und Anbauregeln befreit.
Exkursion ans Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz an der Uni Bonn
Am 21. Januar 2026 durfte der Bioleistungskurs eine wissenschaftliche Exkursion zum Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz an der Uni Bonn machen. Das Team um Prof. Dr. Gabriel Schaaf und Dr. Verena Gaugler gab einen praktischen und theoretischen Einblick in moderne Züchtungsmethoden und gentechnische Verfahren und erklärte, welche Bedeutung sie für die zukünftige Ernährungssicherung spielen. Neben einer interaktiven Vorlesung, bei der Prof. Dr. Gabriel Schaaf den Schüler:innen fundiertes Wissen vermittelte und aktuelle gesellschaftliche Diskussionen aufgriff, bekam die Gruppe auch praktische Einblicke in die Laborarbeit. Sie lernte etwa, wie genomische DNA isoliert wird, führte Genotypisierungs-PCRs durch und wertete eine von den Mitarbeiter:innen vorbereitete Sequenzierung aus.
Ein Besuch im Gewächshaus mit Reispflanzen rundete die informative Exkursion ab.
Gentechnische Verfahren von Schüler:innen erklärt
Nach dem Workshop erstellten die Schüler:innen eine Audiobotschaft, in der sie gängige Vorurteile gegenüber gentechnischen Verfahren in der Landwirtschaft entkräftigen....
Lernziele
Lernziele waren, zentrale Herausforderungen der zukünftigen Ernährungssicherung analysieren zu können und die Rolle gentechnischer Verfahren als eine mögliche Lösungsoption beurteilen zu lernen. Dabei wurden naturwissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Positionen vermittelt, reflektiert und miteinander verknüpft.
Zukunft auf dem Teller
Der Workshop fand statt im Rahmen des Bildungsprojekts "Zukunft auf dem Teller", das gefördert wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.
Autorin / Autor: Redaktion - Stand: Januar 2026