Schlaflos

Einsendung zum Schreibwettbewerb "Eine angelehnte Tür" von Beltz & Gelberg und LizzyNet

„NICHT, BITTE!!!“

Ich schreckte hoch aus meinem unruhigen Schlaf. Meine aufgerissenen Augen starrten an die Decke und mein Atem ging schnell und rasselnd. Wie sehr ich diesen Traum hasste. Es dauerte jedes Mal Stunden, bis ich mich wieder beruhigte und wusste wo ich mich befand.

Ich gab bestimmt wieder ein armseliges Bild ab. Mein T-Shirt klebte an mir und meine Haare hingen strähnig von meinem Kopf. Die Bettdecke hatte ich schon vor Stunden von mir gestrampelt und lag nun zerwühlt an meinem Fußende.

Die Angst schnürte immer noch meine Kehle zu und machte es mir unmöglich zu sprechen oder klar zu denken. Langsam setzte ich mich auf und versuchte mich nicht auf die Dunkelheit zu konzentrieren. Mein Kreislauf brachte mich zum Schwanken, ließ mich taumelnd durch mein Zimmer wandeln. Panik ergriff mich, als ich den Lichtschalter nicht finden konnte.

Tief durchatmen.

Wieso musste ich mich so fürchten?!

Endlich erhellte Licht mein Zimmer und das Pochen meines Herzens verlangsamte sich. Ich sah prüfend zur Tür und verschloss sie schnell. Das Risiko, dass meine Eltern den Lichtschein durch die angelehnte Tür sehen könnten wollte ich nicht eingehen. Erleichtert sank ich auf den Boden und starrte ins Leere. Gott sei Dank hatte mich noch niemand so gesehen, obwohl ich wusste, dass meine Eltern mich bestimmt des Öfteren in der Nacht hörten, doch sie hatten eigene Probleme. Denn mindestens genauso oft hörte ich des Nachts die Türen knallen und ihr Geschrei.

Vielleicht ein Grund für meine Albträume?!

Wer weiß das schon. Ich habe mich nie gefragt, wieso ich keine Nacht in Ruhe schlafen  kann. Was sollte ich auch für Gründe finden?!

Nur wenn mein Freund neben mir schlief, konnte ich durchschlafen, fühlte mich sicher, geborgen, geschützt und geliebt. Aber er war nicht mehr da, also musste ich das ohne ihn schaffen.

Aus meinen Gedanken aufwachend entschloss ich mich dazu wieder ins Bett zu gehen. Nach einem kurzen Gang ins Bad, wobei ich mein Spiegelbild mied, schloss ich meine Zimmertür hinter mir und atmete nochmal tief durch, während ich mit meinen Augen mein Zimmer durchforstete.

Das Licht erlosch.

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Autorin / Autor: Madlen, 18 Jahre - Stand: 9. Juni 2010