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Reaktionsschnell und kontrolliert

Studie: Reiten beeinflusst das Nervensystem und verbessert bestimmte kognitive Fähigkeiten

Pferd

Das ist eine Nachricht für Pferdefreaks, für Bibis und Tinas und alle, die schon immer wussten, dass Reiten nicht nur glücklich macht und gut für den Rücken, die Beinmuskulatur und die Haltung ist, sondern auch noch viele weitere Vorzüge hat. Japanische Forscher_innen um Mitsuaki Ohta berichten im Fachblatt Frontiers in Public Health von ihrer Untersuchung, bei der sie die Auswirkungen des Reitens auf Kinder beim Lernen erforschten.
34 Jungs und 72 Mädchen im Alter von 10 bis 12 Jahren nahmen an der Studie teil und wurden in drei Gruppen aufgeteilt: eine Reitgruppe, eine Laufgruppe und eine "Pausengruppe". Die Kinder mussten unter anderem sogenannte "Go/No-go"-Tests durchlaufen, das sind Aufgaben, bei denen man unter Zeitdruck eine bestimmte Entscheidung fällen muss (z.B. indem man eine Taste drücken muss, wenn ein ganz bestimmtes Symbol auf einem Bildschirm erscheint). Außerdem mussten kleine Arithmetik-Probleme gelöst werden.

In beiden Tests schnitt die Reitgruppe am besten ab, offensichtlich verbesserte das Reiten die Fähigkeiten der Kinder, bei den Go/No-go Tests schnell zu reagieren und sich auch zurückzuhalten. Die Forscher_innen glauben, dass das mit den Vibrationen zu tun hat, die beim Reiten auf den menschlichen Körper übertragen werden und die offenbar das sympathische Nervensystem stimulieren können. Vor allem die dreidimensionale Beschleunigung der Pferde sorgt für diese ganz besondere Vibration. Allerdings könne diese bei verschiedenen Pferderassen unterschiedlich ausfallen und darum auch unterschiedliche Auswirkungen haben. Eventuell stimulieren manche Rasse eher das parasympathische System und sorgen dafür eher für Entspannung.
Festzuhalten ist für die Forscher_innen aber, dass Reiten also tatsächlich positive Auswirkungen auch auf bestimmte kognitive Fähigkeiten bei Kindern hat. Welche Rassen welche Fähigkeiten am besten stimulieren, muss dann noch genauer erprobt werden. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, vor größeren intellektuellen Aufgaben einen kleinen Ausritt zu machen - zumindest für die geübten Reiter_innen unter euch ;-).

Quelle Front. Public Health

 
Autorin / Autor: Redaktion Stand: 9. März 2017
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