Neue Welt

Einsendung zum Wettbewerb 2050 - Stadt meiner Träume von Maria Neu, 18 Jahre

Hallo, mein Name ist Charlotte, aber alle nennen mich nur Charlie. Ich bin 26 Jahre alt und wohne in einer Großstadt, ohne damit angeben zu müssen. Heutzutage ist es nicht mehr üblich, in einer solchen Stadt zu wohnen. Du darfst es nur noch mit besonderer Genehmigung oder wenn das Geld stimmt. Ich will nun leider nicht angeben oder dergleichen, aber alle kennen mich nur als die jüngste und erfolgreichste Architektin in dieser Stadt. Ja, ich weiß das klingt jetzt so, als würde ich mich für etwas besseres halten, aber leider ist dies der Fall. Diese Stadt würde nicht mehr existieren ohne mich. Ich sehe es noch vor mir, als wäre es gestern gewesen: All die Trümmer, die kaputten Wolkenkratzer, Geschäfte, Wohngebäude und Parks. Nichts blieb übrig nach dem Krieg.
Und heute erglänzt die Stadt in ihrem neuen Schein! Nun gibt es Wolkenkratzer, höher als sich je einer zuvor erträumen konnte. Sie sehen aus wie Schaufenster, vollkommen aus Glas, der neuste Trend. Die Wohnkomplexe habe ich mir ebenfalls vorgenommen, aber anders gestalten, viel kreativer, viel farbenfroher und verrückter. Künstlerische Freiheit wie man es heute nennt. Ein Wohngebäude hat die Form eines gigantischen Schiffes, ein anderes sieht aus wie ein Elefant und ein weiteres wie ein Kleidungsstück. Verrückt, sagte ich doch, aber den Menschen in dieser Stadt gefällt es! Sonst wären sie schon längst verschwunden. Das Inventar habe ich natürlich auch selbst entworfen, jedes einzelne Apartment. Von Haustieren, welche sich in Terrarien befinden und als Trennwände für die Zimmer dienen und mit denen man ebenfalls spielen kann, bis hin zu Bäumen, welche von Apartment zu Apartment verlaufen. Wohlgemerkt gibt es auch keine Fahrstühle mehr, sondern nun endlich Teleportationmöglichkeiten. Von der Matte vor seiner Wohnungstür bis zum Eingang des Gebäudes. Größere Teleportationen sind noch nicht möglich, leider, nur kurze Wege. Dies habe ich mir sofort zu nutzen gemacht und alle lagen mir zu Füßen, als wäre ich eine Göttin oder des Ähnlichen. Dennoch habe ich euch das Highlight noch nicht erzählt. Mein größter Stolz gilt den Straßen und Parks. Jede Straße hat einen schönen durchgezogenen glatten Boden, welcher das Muster von verschiedenen Gesteinsarten widerspiegelt. Über der Fahrbahn erstrecken sich Fahrradwege, welche teilweise aus Glas, teilweise aus tunnelartig, hell beleuchteten Wegen bestehen. Oftmals führen diese Wege in Parks. Es gibt nur 7 Parks, um es genau zu nehmen.
Darin erstrecken sich alle erdenklichen Blumenarten und Baumarten. Von jeder Sorte gibt es etwas zu sehen. Ebenfalls riesige Teiche mit Enten und alle anderen vertretbaren Vogelarten. Doch das erstaunlichste, was mir jedes mal bewusst wird ist, dass ich dies alles mit eigenen Händen erschaffen habe. Ich bin dankbar für diese Gabe und dieses Glück erhört worden zu sein.
Ich, Charlie, habe diese neue Welt erschaffen. Diese Welt, die ich mein Eigentum nennen kann. Diese Welt, in der jeder glücklich leben kann. Deswegen bin ich zu einer Entscheidung gekommen. Ich werde dafür kämpfen, dass die Stadt auch für andere Menschen zugänglich gemacht wird. Für die Menschen, die außerhalb von Städten in ärmsten Verhältnissen leben, die in den Wäldern wohnen und unter Steinfelsen. Die schrecklichsten Lebenssituationen. Der Krieg hatte halt überall seine Spuren hinterlassen. Deshalb bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich mich für diese Menschen einsetzen werde, damit sie diese Gelegenheit auch bekommen, so etwas wunderschönes einmal vor ihren Augen zu sehen. Ich hoffe, dass es ihren Erwartungen entspricht.
Schließlich leben wir alle zusammen im Jahre 2050. Ich glaube, ich habe mein neues Projekt gefunden: Unsere neue Welt!

Zurück

Autorin / Autor: Maria Neu