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Cybermobbing

Gewalt und Mobbing im Netz- was könnt ihr dagegen tun?

Mädchen schreibt Warum?

Eine Gruppe Jugendlicher verprügelt einen Gleichaltrigen, nimmt die Szene mit dem Handy auf und lädt sie anschließend auf einem Videoportal hoch. Ein Mädchen wird vergewaltigt, die Szene gefilmt und schließlich auch noch im Internet gezeigt. In Chats und Foren werden Menschen namentlich beleidigt, Fotomontagen auf Webseiten zeigen plötzlich das eigene Gesicht auf einer pornographischen Darstellung, und per SMS bekommt man hasserfülllte Drohungen und einschüchternde Sprüche. Das alles fällt unter den Begriff Cybermobbing und führt so manch eine/n in die Verzweiflung. Diese Art des Mobbings ist nicht nur unermesslich gewalttätig, sondern auch besonders gemein, da sie die Opfer zuerst quält und dann auch noch in einer noch viel größeren Öffentlichkeit bloßstellt als "nur" auf dem Schulhof. Und für die (meist männlichen) Täter ist dieses Mobben viel einfacher, da man keinen Mut mehr dazu aufbringen muss, öffentlich gemein zu sein, sondern einfach in seinem Zimmer vor dem Rechner sitzt und anonym seine widerlichen Schandtaten durchführen kann.

Was steckt dahinter?

Ein Cyberbully, also die Person, die so etwas macht, hat verschiedene Gründe: Sie will sich an jemandem rächen, will endlich mal mächtig sein und den anderen zeigen, was in ihr steckt, oder sie langweilt sich einfach und will vor einer Gruppe den Entertainer spielen. Oft sind solche Menschen selbst schon Opfer von Beleidigungen im realen Leben gewesen und wollen es nun der Welt im Internet "heimzahlen".

In Deutschland noch nicht so verbreitet

Besonders in Großbritannien hat diese Art von Gewalt in den letzten Jahren zugenommen, so dass sogar der britische Erziehungsminister Alan Johnson die Website-Anbieter aufforderte, das "grausame und unbarmherzige Cyber-Bullying" zu stoppen. Sie sollen mehr kontrollieren, was genau auf den Webseiten eingestellt wird. An den Schulen will er durchsetzen, dass LehrerInnen ab sofort Handys und Digitalkameras beschlagnahmen dürfen, sobald sie für unlautere Zwecke benutzt werden. Auch Australien hat mit dem Problem zu kämpfen. Laut einem Bericht der Zeitung "Deutsche Polizei" von Oktober 2006 ergab eine Umfrage der australischen National Coalition Against Bullying, dass von 13.000 befragten Mädchen bereits 42 Prozent Opfer von Cyberbullying per SMS oder E-Mail geworden waren. In Deutschland gibt es solche Vorfälle anscheinend noch nicht so häufig; zumindest sind sie nicht statistisch erfasst. Laut Spiegel online soll ein europäisches Pilotprojekt namens "Teachers in bullying situations" nun Fakten sammeln.

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Autorin / Autor: Rosi Stolz Stand: 16. April 2007
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