Zwiespältige Gefühle zur KI
Immer mehr Jugendliche nutzen Künstliche Intelligenz, aber befürchten auch, dass sie berufliche Zukunft gefährden könnte
Obwohl immer mehr Jugendliche die Dienste von Künstlicher Intelligenz nutzen, wächst gleichzeitig die Sorge, dass KI ihre berufliche Zukunft beeinträchtigen könnte. Fast ein Viertel der Jugendlichen ihre beruflichen Pläne durch KI gefährdet. 2023 waren es noch 17 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die KI-Tools selbst regelmäßig nutzen, hat sich dagegen binnen kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Das geht aus der repräsentativen aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER hervor, für die im Herbst 2025 bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden.
Fast jeder zweite fragt KI zu Gesundheitsproblemen
Wie aus der Sinus-Studie weiter hervorgeht, haben zum Beispiel bereits 48 Prozent der Jugendlichen KI-Chatbots um Rat zu Gesundheitsproblemen oder Symptomen gefragt. Zudem halten 53 Prozent die von einer KI vorgeschlagenen Gesundheitstipps tendenziell für vertrauenswürdig.
Nach eigenem Bekunden fühlen sich drei Viertel der Jugendlichen insgesamt gut oder sogar sehr gut über KI informiert, nur zwei Prozent verneinten diese Frage. Zwischen den Geschlechtern gibt es kaum noch Unterschiede: Jeweils 48 Prozent der weiblichen und der männlichen Befragten gaben zuletzt an, KI regelmäßig oder täglich zu nutzen. Differenzen treten jetzt aber verschärft beim Bildungsstand auf. Während 30 Prozent der formal niedrig Gebildeten KI regelmäßig oder täglich nutzen, ist dies bei 55 Prozent der formal hoch Gebildeten der Fall.
Für einen Teil der Jugendlichen ist KI inzwischen auch bei psychischer Belastung ein Helfer. 16 Prozent der Befragten haben bereits Apps oder Chat-Bots genutzt, die mit Künstlicher Intelligenz bei Stress, Angst oder Traurigkeit helfen. Weitere 19 Prozent würden sie gerne einmal ausprobieren.
„Immer mehr Jugendliche sehen sowohl die Chancen als auch die potenziellen Risiken, die Künstliche Intelligenz mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, frühzeitig einen adäquaten Umgang mit KI zu erlernen und zu wissen, wo die Grenzen sind oder Skepsis angebracht ist“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.
Für die Sinus-Jugendstudie werden seit dem Jahr 2021 jeden Herbst bundesweit 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren vom Sinus-Institut befragt, im Auftrag der BARMER. Dabei werden verschiedene Themenbereiche angesprochen, wie zum Beispiel Zukunftsoptimismus, Cyber-Mobbing und Klimawandel. Die Ergebnisse der Sinus-Studie werden im Laufe des Jahres themenweise veröffentlicht.
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 21. Mai 2026